Klee - Berge Versetzen - Cover
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Klee Berge Versetzen


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Textlich wieder einmal unterstützt von Tom Liwa, erreichen den Hörer die gewohnten Inhalte aus Liebe, der Entwöhnung von dieser und hügelige Eskapaden des Lebens.

Obwohl Klee seit ihrem Debütalbum „Unverwundbar“ (2003), auf dem der elektronische Popsong im Vordergrund stand, nicht viel an ihrem Sound geändert haben und der gehobene Popsong samt intensiver Instrumentierung sowie nur noch wenige Electro-Sounds im Klangkosmos von Klee zu hören sind, ist es doch genau diese Beständigkeit, welche die Kölner auszeichnet. Sie halten das hohe Niveau, hatten mit „Gold“ einen echten Hit, der in einer englischen Version die Werbung eines Parfüms begleitete und feiern furiose Live-Auftritte. Dazu kommt die sympathische Ausstrahlung und diese herzensguten Texte, an denen man einfach hängenbleibt. Immer wieder denkt man an klassische britische Pop-Musik, sieht die Werke von New Order vor dem inneren Auge und ist verwundert, wie gänzlich unpeinlich das Ganze auf deutsch funktioniert.

Dass sie den schweren Autounfall mit der Vorgängerband Ralley, der Suzie, Sten und Tom angehörten, so gut weggesteckt haben und daraufhin Klee gründeten, um Abstand davon zu bekommen, spricht für die positive Herangehensweise an das Leben, an die Liebe zur Musik und der Kunst, einfach weiterzumachen. All´ das merkt man der Musik von Klee, zu der neben Suzie, Sten und Tom auch Daniel sowie Pele gehören, auch auf dem mittlerweile vierten Album „Berge Versetzen“ an.

Die Single „Zwei Herzen“ gibt im Uptempo-Beat einen Steilpass, der für euphorische Stimmungen im Lager der Klee-Fans und Sympathisanten sorgen wird. Wieder einen Hauch elektronischer als zuletzt, entfaltet sich der Song zu einer von Klee so einzigartig beherrschten Hymne, die einen begleitet, egal welche Zeiten man durchlebt. Zum tanzbaren Beat, antreibenden Percussions und lauernden Zwischenparts gesellen sich markante Bassläufe, die den Achtzigern alle Ehre machen, aber heute noch genau so entzücken. Auch in „Wie Weit“ oder „Mein Vertrauen” erklingen die elektronischen Beigaben aus Sequenzer erquickend und zeigen, dass sie einiges zur Entwicklung auf dem Album beitragen. Natürlich hinkt auch die organische Instrumentierung keineswegs hinterher, wobei besonders die Percussions von Alex Jezdinsky hervorzuheben sind.

Textlich wieder einmal unterstützt von Tom Liwa, erreichen den Hörer die gewohnten Inhalte aus Liebe, der Entwöhnung von dieser und hügelige Eskapaden des Lebens. Romantisch verklärt und doch so verzaubernd klar macht sich besonders der in spielerische Formulierungen verpackte, heruntergezählte Countdown bei „7 Schritte“ bemerkbar. Doch auch abseits der erwähnten Tracks wirkt das Album eindringlich und ausgereift, so dass es erneut ein hochklassiges Werk in der Klee-Historie darstellt. Keine Überraschungen, dafür ein vermehrter Hang zu elektronischen Beigaben und prägnanten Percussions, die „Berge Versetzen“ prägen und von Durchschnitt noch immer keinen Hauch spüren lassen.

Anspieltipps:

  • Zwei Herzen
  • Wie Weit
  • 7 Schritte
  • Offene Wunden

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