Sharleen Spiteri - Melody - Cover
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Sharleen Spiteri Melody


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Amy Winehouse, Duffy und Gabriela Cilmi stehen hauptsächlich für die Sixties-Soulwelle, die im Moment schwer angesagt ist. Sharleen Spiteri ist die 41-jährige Sängerin der im Moment pausierenden schottischen Band Texas, die seit 1986 zu einer der erfolgreichsten Musikgruppen Europas geworden ist. Nun bringt Spiteri ein ebensolches Retro-Soul-Werk als ihr Solodebüt hervor. Ein wenig songwriterische Unterstützung, wenigstens bei einem Teil der Songs, steuert „Texas“-Kollege Johnny McElhone dazu.

Nach 37 Minuten ist die CD aber schon abgelaufen und es bleibt eigentlich schon nach kurzer Zeit ein erschreckendes Fazit zu ziehen: Leider verfügt die junge Konkurrenz über viel mehr Soul in der Stimme, allein Miss Winehouse bringt stimmlich viel mehr Emotion herüber als die oft zu glatt klingende Frau Spiteri. Vielleicht scheint das sehr hart, doch die Verarbeitung ihrer persönlichen Probleme, ihrer Scheidung, nimmt man Spiteri kaum ab, denn es tönt recht positiv beschwingt aus den Boxen. Technisch singt Sharleen Spiteri sicher in der höchsten Sängerinnen-Liga, Soulmusik verlangt aber schon ein wenig mehr als diese Verneigung vor ihren musikalischen Vorbildern, denen sie leider nicht das Wasser reichen kann.

Etwas positives bleibt natürlich schon, denn Songs wie „All The Times I Cried“ besitzen schon eine gewisse Qualität. Routiniert wickelt Spiteri ihre elf Tracks ab und erreicht daher insgesamt nur knapp die Marke über dem schnöden Durchschnitt. Aus dem „Schema F“ der Soul-Tracks versucht nur „I'm Going To Haunt You“ auszubrechen, der mit etwas flotterem Western-Pop positiv aus der Art schlägt.

Sicher hat Spiteri das dynamische Singen nicht verlernt und komponiert auch ziemlich eingängige Soulsongs, aber aufgrund der großen Konkurrenz verlangt es schon mehr als Spiteri hier vorlegt. Es ist sehr schade, dass die „Texas“-Sängerin anscheinend allein nicht soviel Aura versprühen kann wie in den Anfangsjahren ihrer Band, die zuletzt auch eher durch Popmusik der konventionellen Sorte mit starkem Disco-Pop-Einschlag qualitativ enttäuschte.

Anspieltipps:

  • All The Times I Cried
  • I'm Going To Haunt You
  • Don't Keep Me Waiting

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