Miley Cyrus - Breakout - Cover
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Miley Cyrus Breakout


  • Label: Hollywood Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
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Alles in allem ist der Ausflug von Miss Cyrus als ganz okay einzustufen.

Den Fluch des frühen Erfolgs zu ernten ist sicher nicht leicht. Allzu oft zerbrechen Kinderstars an den Folgen des Medienrummels in jungen Jahren (z.B. Britney Spears) und bekommen, nachdem das Interesse abgeklungen ist, keinen Fuß mehr ins Business oder gelten ab einem gewissen Alter in der Branche ohnehin als abgeschrieben. Bei Destiny Hope Cyrus bzw. Miley Cyrus oder besser gesagt ihrem Alter Ego Hannah Montana ist es zum Glück noch nicht so weit gekommen. Die mittlerweile 15-Jährige ist auf dem Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere, arbeitet zur Zeit an einem Kinofilm für das Disney-Franchise „Hannah Montana“, das sie mit ihrer energischen Performance geprägt hat und war mit 18,2 Millionen Dollar 2007 der bestverdienendste Teenager der Welt.

Doch so finanziell erträglich die Rolle des Disney Channel-Stars ist, so gleichförmig dürften die Arbeiten dahinter sein, denn egal was die direkte Intention dahinter war, Miss Cyrus wollte zum ersten Mal Hannah Montana endlich einmal den Rücken kehren und an einem Album arbeiten, dass absolut nichts mit der Serie des Mauskanals zu tun hat. Herausgekommen ist das möglicherweise bedeutungsschwanger betitelte „Breakout“, das statt zuckersüßen Kaugummi-Plastikpop mehr oder weniger erwachsen klingende Teeniemusik bietet, die in Zeiten von LaFee und Tokio Hotel für deutsche Kids allerdings kaum interessant sein dürfte, beschäftigt sich die Amerikanerin nämlich nicht vorrangig mit blöden Jungs, Rebellion und gemeinen Freundinnen, sondern singt über die Party nach der Schule („Breakout“), den netten Burschen, den man nicht so schnell vergessen kann („Full circle“, „Goodbye“) oder Liebe im Allgemeinen („Bottom of the ocean“).

Ganz normale Themen also, die 12- bis 16-Jährige interessieren und genau deswegen ist „Breakout“ weder ein Meilenstein noch ein komplettes Desaster, denn einerseits muss Miley keine übermächtige Rolle spielen um die Songs glaubwürdig zu präsentieren, sie darf schlicht und ergreifend Teenager sein, doch andererseits ist der Markt diesbezüglich schon etwas gesättigt. Der Produzenten- und Songschreiberstab, den Fräulein Cyrus zur Unterstützung um sich geschart hat, darf natürlich aus dem Vollen schöpfen und neben rockigen Tönen („Breakout“, „Full circle“, „Wake up America“) auch knalligeres Material („Fly on the wall“, „See you again“) präsentieren, die immer wieder von balladesken Ausbrüchen besänftigt werden („Bottom of the ocean“, „These four walls“, „Goodbye“).

Am besten gelingen noch die (sei es textlich oder musikalisch) mit melancholischen Untertönen ausgestatteten Songs „7 things“, „The driveway“ und „Simple song“, die eindrucksvoll die Stimmungspalette zeigen, die Miley aufzubieten hat. Ziemlich daneben ist das aufgeblasene Cindy Lauper-Cover „Girls just wanna have fun“, das nicht nur mit hässlichen Synthie-Streichern einen äußerst billigen Eindruck macht, sondern auch der Pussycat-Dolls-Abklatsch „Fly on the wall“ (Zitat: „Don´t you wish that you could be a fly on the wall“) oder das „Rettet die Erde“-Vehikel „Wake up America“ über globale Erwärmung. Alles in allem ist der Ausflug von Miss Cyrus aber eigentlich als ganz okay einzustufen, denn gemessen an restlichen Veröffentlichungen in diesem Sektor läuft Miley nicht kopflos in den nächsten Fleischwolf, sondern beweist mit „Breakout“, dass sie nichts anderes als ein Teenager ist. Und das vergessen schließlich die meisten in ihrem Alter.

Anspieltipps:

  • 7 Things
  • Simple Song
  • The Driveway

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