The Young Gods - Knock On Wood - Cover
Große Ansicht

The Young Gods Knock On Wood


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 55 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Zur Einordnung: Die Hochgeschätzte (u.a. von Mike Patton, Trent Raznor), aber, über Szene-Grenzen hinweg, kaum bekannte Schweizer Industrial-Formation The Young Gods existiert bereits seit 1985 und erhielt ihr markantestes Credo vor über 20 Jahren, durch die permanente Verwendung von digitalen Samples. Nun machen die Sample-Pioniere auf akustisch – kann das gut gehen? Es kann, ohne aufgerissene Augen und offene Münder zu erreichen, aber es kann.

Im letzten Jahr überraschten die Young Gods mit der Engagierung des Gitarristen Vincent Hänni und der Absolvierung einiger Unplugged-Shows. Von diesen war die Band so angetan, dass sie beschloss, die akustischen Versionen ihrer alten Hits im Studio neu aufzunehmen. Das Resultat erscheint als angenehm treibend, psychedelischer Blues-Folk und ist in Form eines CD + DVD-Paket zugänglich gemacht. Ein geschickter Schachzug, die familiäre, aber dunkle Session irgendwo in Zürich allein, oder aber die Audio-CD, wären wohl zu dünnhäutig erschienen, als dass man andere, außer die besagten, zu wenigen, Szene-Kenner zum Kauf animiert bekommen hätte.

Beides zusammen hingegen überzeugt gefällig und einnehmend. Psychedelischer Blues-Folk der treibend zum Alternativ-Western schaut, Musik für das dunkle Zimmer, ohne Frage. Die Bandklassiker erscheinen allesamt gelungen, „I’m The Drug“, der „Gasoline Man“ und „Skinflower“ voran. Doch wirkt das Suicide-Cover „Ghost Rider“ am beängstigend schönsten. Empfehlenswert schleichen sich auch „Speak Low“ und das französischsprachige „Charlotte“ in den Gehörgang ein, Akkordeon und indische Sitar trefflich, wie spärlich dabei eingesetzt.

Der DVD-Mitschnitt wartet mit zusätzlichen Cover-Material auf: Radioheads „Everything In It’s Right Place“, sowie Hendrix’ „If Six Was Nine“, gebärden sich beide gelungen. Die drei Take-Aways, Songs, die unkonventionell im Gehen auf der Strasse oder inmitten eines Kunstwerks im Museum aufgenommen wurden, machen Franz Treichler, Al Comet und Bernard Trontin, sowie Hänni zusätzlich sympathisch. Die Sample-Pioniere auf ungewohnt akustischem Terrain: Schön.

Anspieltipps:

  • I’m The Drug
  • Gasoline Man
  • Speak Low
  • Ghost Rider

Neue Kritiken im Genre „Electro-Rock“
5/10

Spectra
  • 2017    
7/10

Live... Auf Rauen Pfaden
  • 2016    
6/10

Juggernaut
  • 2016    
Diskutiere über „The Young Gods“
comments powered by Disqus