Dr. Dog - Fate - Cover
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Dr. Dog Fate


  • Label: Park The Van/CARGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Der amerikanische Fünfer von Dr. Dog, bestehend aus Frank McElroy, Juston Stens, Scott McMicken, Toby Leaman und Zach Miller, machte erst Anfang des Jahres mit dem Deutschland-Release des Vorgänger-Albums „We All Belong“ von sich reden und verzauberte mit Sixties-Pop sowie großartigen Harmonien. Seit 2002 gibt es Dr. Dog und nun sind sie nach „The Psychedelic Swamp“, „Easy Beat“ und eben „We All Belong“ bei Album Nr. 4 angelangt, während das Interesse in den USA und mittlerweile auch in Europa stetig gewachsen ist und sich die Band diesen Umstand auch redlich verdient hat. Eine umfassende, fein akzentuierte Instrumentierung macht auch auf „Fate“ von sich reden und überzeugt neben den lieblichen Stimmen von Scott McMicken sowie Toby Leaman, wobei letzterer auch für das Songwriting und den Bass zuständig ist.

Kleine, tragische Epen wie „Army Of Ancients“ (man höre nur die Bläser, die Orgel und den klagenden, entschlossenen Gesang) finden sich genau so wie fröhliche, das Leben umgarnende Pop-Songs mit einer großen Portion Sonnenschein, wie „The Old Days“ beweist. Vermeintliche karge Entwürfe entwickeln sich im Laufe der Spielzeit zu vielseitig instrumentierten Folk-Epen, denen genügend Platz zur Entfaltung geboten und dabei niemals zu dick auftragen wird. Pomp ist nicht die Sache von Dr. Dog, sondern vielmehr die sympathisch vollmundige Geste, die von einer großartigen Musikalität und einer beachtlichen Freude daran lebt. Da wütet auch das Schlagzeug in bester Beat-Manier und tänzelt die Orgel entfesselt („The Rabbit, The Bat, And The Reindeer”), um ohne Pause in den Blues von „The Ark” zu münden. Dieser bietet in Form von lässig psychedelischen E-Gitarren, Chor-Gesang und tröpfelnden Drums die beste Gesellschaft zum abgehangenen Sommer-Abend.

Die Sixties sind zurück und doch ist der Sound von Dr. Dog weit mehr als nur die Rückkehr zu alten Songwriter-Traditionen. Er ist die Befreiung von Hochglanz und der theoretischen Perfektion der Produktion. Vielmehr ist es die Wärme im Sound von Dr. Dog und das angedeutete Unperfekte, das „Fate” so mitreißend macht und nahezu eine Ausnahmestellung im derzeitigen Indie/Folk-Pop einnimmt, was die vielseitige Stimmungsausrichtung und das instrumentale Reichtum betrifft.

Anspieltipps:

  • The Old Days
  • Army Of Ancients
  • The Rabbit, The Bat, And The Reindeer
  • My Friend

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