Kissin´ Dynamite - Steel Of Swabia - Cover
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Kissin´ Dynamite Steel Of Swabia


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Alles in allem ist „Steel Of Swabia“ aber eine gelungene Vorstellung der zwischen 15 und 17 Jahre alten Nachwuchsrocker aus dem Süden Deutschlands.

Old-School-Rock von einer Band zu hören, die im Altersdurchschnitt jünger ist als Tokio Hotel, erscheint im ersten Moment als schlechter Scherz. Doch weit gefehlt: Kissin´ Dynamite meinen es verdammt ernst und zollen mit dem Majordebüt „Steel of Swabia“ nicht nur legendären Combos wie Mötley Crüe, Guns´n´Roses, Bon Jovi, Manowar oder den Landesvettern The Scorpions Tribut, sondern lassen selbst den müdesten Rocker seine Matte schütteln. „Wir sind mit Hardrock aufgewachsen, aber jeder von uns hat den Sound auf seine Weise für sich entdeckt“ gibt Ande (Gitarre) zu Protokoll, der zusammen mit Hannes (Gesang), Jim (Gitarre), Steffen (Bass) und Andi (Schlagzeug) die treibenden Stadionhymnen für die Bravo-Generation zum Besten gibt.

Zwar klingt Sänger Hannes wie ein aufgekratzter (und nicht nur dem Aussehen nach gefühlte 40 Jahre jüngerer) Axl Rose, der neben dem blechern abgemischten Schlagzeug für den größten gewöhnungsbedürftigen Anteil bei Kissin´ Dynamite sorgt, doch hat sich die hohe Stimmlage des Süddeutschen allerdings erst mit dem eigenen Gehör angefreundet, fällt seine Darbietung mehr positiv als negativ auf. Gut, mit den Größen des Genres können die Jungspunde noch keineswegs mithalten, denn dafür fehlt ihnen schlicht und ergreifend die epochale Bedeutung bzw. eigene Ideen in den vorrangig auf Spaß ausgelegten Rocktracks, die jedoch vor Publikum nicht nur wegen der simpel gestrickten Singalong-Refrains und trotz klischeebehafteter Lyrik für ordentlich Stimmung sorgen dürften.

Dafür gibt es mit „Let´s get freaky“ einen dynamischen Opener, der Titeltrack kracht schnurstracks aus den Boxen, „Welcome to the jungle“ ist trotz neuem Text und neuer Musik eine gelungene Hommage an Guns´n´Roses (was denn auch sonst bei dem Titel), während „Heartattack“ die Entertainerqualitäten von Hannes auf die Probe stellt, der den Refrain im Stakkato aus seiner Lunge pressen darf und „Against the world“ die obligatorische Ballade für die Charts geworden ist. Dazwischen liegt viel durchschnittliches Mitgröl-Material in mittlerer Geschwindigkeit auf besserem Bierzelt-Niveau, das hier und da den nötigen Feinschliff gebraucht hätte um sich dauerhafter im Gehirn festzusetzen. Alles in allem ist „Steel of Swabia“ aber eine gelungene Vorstellung der zwischen 15 und 17 Jahre alten Nachwuchsrocker aus dem Süden Deutschlands.

Anspieltipps:

  • Heartattack
  • Steel Of Swabia
  • Let´s Get Freaky

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