Alkaline Trio - Agony And Irony - Cover
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Alkaline Trio Agony And Irony


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Punks Not Dead!? Gute Frage. Wenn man die vorherigen Alben der amerikanischen Punkrocker des Alkaline Trio zum Maßstab nimmt, so liegt der gute alte Punk auf „Agony & Irony“ zumindest des Öfteren mal im künstlichen Koma. Der Wechsel zum Major-Label hat der Formation um Sänger Matt Skiba einen nicht unwesentlichen Kurswechsel beschert. Es überwiegen nun poppigere Riffs, Matt übernimmt die Gesangsparts diesmal fast gänzlich alleine und hier und da schmuggelt sich auch mal eine Beinahe-Ballade in die Albumsetlist.

Aber Achtung! Trotz des vermeintlichen Ausverkaufes des Trios werden sich doch einige vorschnelle Skeptiker überrascht die Ohren reiben. Denn diese knapp vierzig Minuten hier haben es entschieden in sich. Die Texte sind gewohnt düster. Es wird über Alkohol, Langeweile, Tod und Liebeskummer sinniert, dass es eine wahre Freude ist. Und die Platte schafft es zudem von Stück zu Stück mehr in ihren Bann zu ziehen. „Calling All Skeletons“ wird wie die meisten Lieder auf „Agony & Irony“ durch seine erfrischend eingängige Melodie und das perfekt aufeinander abgestimmte Zusammenspiel von Riffs, Hooks und Refrain dominiert. Das unterhält, das macht Laune. Und bereits mit „Help Me“ hat das Alkaline Trio die Zügel fest in der Hand. Mit locker leichtem Piano-Einsatz und grandioser Refrain-Melodie werden spätestens jetzt jegliche vorherigen Bedenken ad acta gelegt. „In Vein“ stampft dann schliesslich (hier dann doch einmal mit Dan am Mikro) beeindruckend durch das Album und überzeugt genau wie das immens Ohrwurmige „I Found Away“, das geradezu hymnische „Live Young, Die Fast“ oder das auch einmal etwas härter rockende „Lost And Rendered“.

„Agony & Irony“ wird mit Sicherheit bei alteingesessenen Anhängern des Alkaline Trio zunächst auf skeptische Ohren treffen. Aber trotz der Abkehr zum Synthie-dominierten Powerpop kann man jederzeit die punkigen Wurzeln der Band heraushören. Auch wenn viele Fans der ersten Stunde immer noch sehnsüchtig für ein zweites „Goddamnit“ Stoßgebete gen Himmel schicken. Zehn Jahre nach ihrem Debüt hat die Band sich konsequent weiterentwickelt und letztendlich muss dieses Album trotz aller (P)Unkenrufe zu Trotz, zu einem der unterhaltsamsten und besten ihrer Karriere gezählt werden.

Anspieltipps:

  • Calling All Skeletons
  • Help Me
  • Live Young, Die Fast
  • Lost And Rendered
  • Into The Night

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