Descending - Enter Annihilation - Cover
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Descending Enter Annihilation


  • Label: Massacre Records
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Griechenland. Sirtaki, Ouzo, Gyros und Thrash Metal. Descending heißen die fünf Nasen, die mit ihrer Mixtur nach eigenen Angaben aus Trivium, Children Of Bodom, Soilwork, At The Gates und Exodus bestehend das hellenische Volk von einer anderen Seite zeigen wollen und mit „Enter annihilation“ ihre erste Scheibe vorlegen. Ob ihnen das zu ihrer Zufriedenheit gelingt, bleibt abzuwarten, der Eindruck, den das Debüt hinterlässt, lässt zumindest darauf schließen, dass sie es mit ihrem Vorhaben sehr gut gemeint haben. Schließlich fetzen Jon Simvonis (Gesang), Constantine (Gitarre), Theo (Gitarre), Noir (Bass) und Antony (Schlagzeug) dem Hörer nicht nur herzhafte Trümmer-Riffs entgegen, sondern verfeinern ihre Saitenzupferei mit deftigem Todesblei-Einschlag, wodurch Drummer Antony gerne auch mal Blastbeats hinausschleudert oder Shouter Jon tiefe Growls beisteuert.

Leider hört sich diese Stilmixtur besser an als sie es letztendlich ist, denn für den größten Teil von „Enter annihilation“ regiert Ziellosigkeit und es fehlt an wirklich gutem, eigenständigen Songmaterial. Dass mag zum einen an fehlender Variation in einigen Tracks liegen, macht sich aber vor allem durch den konstanten Lärmpegel bemerkbar, der mit Ausnahme des von düsteren Klängen begleiteten Klavierintros zu „Descending“, dauerhaft im roten Bereich gehalten wird. Die fünf Griechen schlagen mit ihren Instrumenten technisch einwandfrei wie die Axt im Wald um sich, Jon brüllt währenddessen herum und dazwischen ist viel heiße Luft, was nichts anderes bedeuten soll als dass einem die Musik nach kurzer Zeit ziemlich am Arsch vorbeigeht.

Dabei haben es Descending dennoch irgendwie geschafft einige Ausreißer auf dem Album unterzubringen, die eine willkommene und in sich stimmige Abwechslung zum restlichen Material darstellen. Da wäre zum einen der Track „Horror show“, der nach bretternder Einleitung, Refrain und kurzem Zwischengeplänkel plötzlich einen Rhythmuswechsel vollführt und den Song damit einfach spannend und interessant macht, während „Killer instinct“ durch Einbindung von schnellen Synthieläufen nicht nur an Children Of Bodom erinnert, sondern diesen waghalsigen Stilbruch auch zu seinem Vorteil einzusetzen weiß. Bei „The creation remains“ handelt es sich schlicht um eine gelungen dargebotene Abrissbirne und das schon angesprochene „Descending“ sticht durch den Klaviereinsatz (wird noch kurz in „Unblind“ eingesetzt) und dem darauffolgenden Songaufbau ohnehin heraus. Für Trivium-Fans sei vielleicht noch „Part of the game“ genannt, wo zum einzigen Mal ein Part mit klar gesungenen Vocals zum Einsatz kommt und dadurch einer Nummer der Amis täuschend ähnlich klingt. Wem das genügt oder wer wieder einmal die Ohren durchgeputzt haben will, sollte sich „Enter annihilation“ näher zu Gemüte führen.

Anspieltipps:

  • Descending
  • Horror Show
  • Killer Instinct
  • The Creation Remains

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