Laaz Rockit - Left For Dead - Cover
Große Ansicht

Laaz Rockit Left For Dead


  • Label: Massacre/Soulfood
  • Laufzeit: 50 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Also haben sich Laaz Rockit, die Thrash Metal-Pioniere aus der Bay Area, die trotz großen Einflusses und hervorragender Scheiben nie wirklich aus den Fußstapfen solcher Bands wie Slayer, Metallica, Testament, Exodus oder Anthrax treten konnten, doch noch zu einem Comeback-Album umstimmen lassen. Nachdem die Amis von 1982 bis 1992 heftig im Genre gewütet hatten und letztendlich auflösten, mussten Fans 13 lange Jahre warten bis Michael Coons (Gesang), Aaron Jellum (Gitarre), Phil Kettner (Gitarre), Willy Lange (Bass) und Sky Harris (Schlagzeug, Victor Agnello aus dem Original-LineUp war beruflich verhindert und konnte leider nicht hinterm Drumkit Platz nehmen) in 2005 wieder eine kleine US Tour bestritten, die für einige Festivals und Spezialauftritte in Japan oder Holland ausgeweitet wurde und schlussendlich zum DVD-Mitschnitt „Live untold“ (08/2006) führte.

Dort durfte man schon die Agilität und den Spielwitz der fünf Herrschaften bewundern, der nun auch in den sechsten Longplayer eingeflossen ist. Wie es sich für eine ordentliche Old School Thrash-Platte gehört, knallen Laaz Rockit dem Hörer im Opener „Brain wash“ nämlich gleiche eine wuchtige Breitseite vor den Latz, die erst drei Songs später vom zurückhaltenden Beginn von „Ghost in the mirror“ gestoppt wird, machen die Kalifornier mit den zwei Nackenbrechern „Delirium void“ und „Erased“ sowie „My euphoria“, welches mit einer doppelläufigen Gitarrenwand aus den Boxen prescht, die sich gewaschen hat, schließlich mit schreddernden Riffs und einem kompromisslos guten Songaufbau erst einmal in nur leicht gedrosseltem Tempo weiter. Danach brennt erneut die Luft und „Turmoil“ und „Liar“ lassen es wieder aggressiver angehen, doch erst das durchdachte, 8 Minuten lange „Desolate oasis“ mit seinem steten Geschwindigkeitsanstieg kann uneingeschränkt auf voller Länge überzeugen.

Anschließend liefert die Truppe den gewöhnungsbedürftigen Track „No man“, der durch monotones Riffing, verzerrter Stimme Coons und ohne einen einzigen Höhepunkt irgendwie nicht so recht in das Geschehen der restlichen Platte passen will. Viel besser macht es das schlicht „Outro“ betitelte Instrumental allerdings auch nicht und ist viel mehr ein ca. 4 minütiges Lehrstück für angehende Thrash-Bands, die immer schon wissen wollten, was alles aus einer Gitarre rauszuholen ist. Dennoch hat „Left for dead“ trotz einiger Schwächen im Vergleich zu den unzähligen Alben diverser Newcomer eines voraus und das ist schlicht und ergreifend Erfahrung, wodurch die neueste Langrille der Amis in seinen 50 Minuten nie richtig langweilig wird. Mit Ausnahme des Totalausfalls „No man“ passiert nämlich ständig etwas und wenn Sänger Michael nur mal ins Mikro schreit oder generell die Klangfarbe varriiert. Darauf lässt sich jedenfalls ein schönes Comeback aufbauen, das den Jungspunden heutzutage ordentlich zeigen könnte, wo der wahrhaftige Thrash-Hammer hängt.

Anspieltipps:

  • Brain Wash
  • My Euphoria
  • Delirium Void
  • Desolate Oasis

Neue Kritiken im Genre „Thrash Metal“
7/10

Seasons Of The Black
  • 2017    
6/10

The Devil Strikes Again
  • 2016    
Diskutiere über „Laaz Rockit“
comments powered by Disqus