Overhead - And We´re Not Here After All - Cover
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Overhead And We´re Not Here After All


  • Label: Musea Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Overhead kommen immer noch aus Finnland und haben mit „Metaepitome“ anno 2005 noch immer eines der besten Prog-Alben dieser Dekade abgeliefert. Soweit die historischen Tatsachen. Das Erbe dieses Meisterwerkes wiegt natürlich schwer und der Spannungsmoment im Bezug auf den Nachfolger bestand im Grund lediglich darin zu erfahren, ob Overhead zu einem zweiten Geniestreich fähig sind oder vor sich selbst kapitulieren müssen. Die Antwort auf diese Frage bleiben Overhead bis zum dritten Song schuldig und haben sie damit zum Teil doch schon beantwortet, denn das merkwürdigerweise in zwei Teile zersplittete „A method to the madness“ überzeugt nicht vollends. Während „A method...“ noch eine sanfte Heranführung im Stile eines einlullenden Schlafliedes (im absolut positiven Sinne!) darstellt, hätte man sich vom Hauptteil „...to the madness“ schon ein wenig mehr Akzente erhofft.

Vermisst werden vor Allem die suchterzeugende Intensität und der Abwechslungsreichtum, welche der Titeltrack von „Metaepitome“ inne hatte. „...to the madness“ wirkt vergleichsweise kraftlos und uninspiriert. Lediglich beim Refrain schimmert das Potenzial der Band durch, welches sich in der Folge frei entfalten soll. „Time can stay“ offenbart erstmals die Qualitäten die Finnen, die hier einen Longtrack aus dem Lehrbuch des Prog-Rocks komponiert haben. Den Spielwitz des Vorgängers erreichen sie zwar damit noch nicht, aber wer derart treffsicher zu Werke geht, darf sich auch nach erst drei Alben als alte Hasen feiern lassen. Doch die Finnen laufen sich gerade mal warm. Das zwölfminütige Epos „Lost inside“ wäre selbst auf „Metaepitome“ noch hevorgestochen. Hier kommen die Overhead-Trademarks, die sich vor Allem auf die atmosphärische Klasse beziehen, voll zum Tragen. „Entropy“ ist dann in etwa das, was „Warning: ending (without warning)“ auf „Metaepitome“ war. Ein vergleichsweise kurzer und prägnanter Zwischentrack mit grandiosem Chorus, den man gerne noch öfter gehört hätte. Andererseits: umso länger hätte es bis „A captain on the shore“ gedauert. Wie soll man diesen Song beschreiben? Wohl am besten mit 9 Minuten und 47 Sekunden Gänsehaut. „A captain on the shore“ ist ein audiophiler Orgasmus mit einem Refrain der vor Schönheit zu platzen droht. Fantastisch!

Fazit: „And we're not here after all“ ist ein würdiger Follow-Up zum Meilenstein von 2005. Beide Alben bewegen sich auf Augenhöhe, was das jüngste Werk vor Allem dem hinreißenden Abschlusstrack zu verdanken hat, denn als Gesamtwerk ist „And we're not here after all“ nicht ganz so unantastbar wie der Vorgänger. Wessen Verlangen nach frischem Old-School-Prog ohne genrefremde Allüren ungebrochen ist, ist mit Overhead einmal mehr hevorragend bedient. Mit „And we're not here after all“ unterstreichen Overhead ihren Anspruch als Nummer Eins der Prog-Geheimtipps. Aber vielleicht sind sie das ja schon nicht mehr. Zu wünschen wäre es ihnen.

Anspieltipps:

  • Entropy
  • A method...
  • Lost inside
  • Time can stay
  • A captain on the shore

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