Ne-Yo - Year Of The Gentleman - Cover
Große Ansicht

Ne-Yo Year Of The Gentleman


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Der gute Shaffer Chimere Smith alias Ne-Yo wird hör- und sehbar erwachsen. Denn im Vergleich zu seinen ersten beiden Alben „In My Own Words” (03/2006) und „Because Of You“ (06/2007) legt der 25-Jährige auf seinem aktuellen Longplayer „Year Of The Gentleman“ deutlich an Reife und Qualität zu und rechtfertigt damit nachhaltig seinen Ruf als einer der beliebtesten Auftragssongschreiber, vornehmlich für das weibliche Geschlecht (u.a. Rihanna, Beyoncé, Mary J. Blige, Faith Evans, Christina Milian, Janet Jackson).

Der in der Spielermetropole Las Vegas geborene Sänger und Songschreiber hat sein drittes Album überall auf der Welt während der Tour zur Vorgänger-CD geschrieben. Doch was gemeinhin mit Hektik und unstetem Leben assoziiert wird, hört man den 12 Tracks auf „Year Of The Gentleman“ überhaupt nicht an. Völlig unaufgeregt zaubert Ne-Yo einen hitverdächtigen Song nach dem anderen aus dem Hut und bewegt sich damit geschickt in einem Spannungsfeld aus R&B, HipHop und Pop.

Und wie Ne-Yo das macht, verdient Respekt. Er versucht trotz einiger Elektro-Zutaten weder krampfhaft modern zu klingen, noch stöbert er allzu ausgiebig in der Motown-Vergangenheit herum. Ne-Yo zieht sein Ding authentisch durch, das freilich immer noch auf den Überbegriff „R&B meets Pop“ lautet, und schickt sich damit zusammen mit Kollege Chris Brown (19) an, die legitime Nachfolge des King Of Pop, Michael Jackson, anzutreten.

Die erste Singleauskopplung „Closer“ ist ein Dance Track, wie er im Buche steht. Auf einen simplen Disco-Beat werden groovende Bässe geschraubt, die von Akustikgitarren-Samples, elektronischen Elementen und Ne-Yos souliger Stimme eingerahmt werden. Das sieht auf dem Papier ziemlich trashy aus, klingt aber weder billig noch konstruiert. Doch auf diese Weise gelingt es Ne-Yo, ein spannendes R&B-Album zusammenzustellen, das sich von der Masse durchaus abhebt. So würde sich ein comebackwilliger Michael Jackson gewiss über einen treibenden R&B-Song wie „Nobody“ freuen und eine Mega-Ballade wie „Mad“ (ein sicherer Hit!) genauso gut zu Rihanna passen. Sieht man einmal von den genreüblichen Kuschelsongs ab („Lie to me“, „Why does she stay“, „Fade into the background“, „Part of the list“), die im vorliegenden Fall nicht ganz so schleimig wie branchenüblich ausgefallen sind, aber wohl oder übel zu einem amtlichen R&B-Album dazugehören, ist „Year Of The Gentleman“ eine klare Weiterentwicklung für das 25jährige Talent aus den Staaten.

Anspieltipps:

  • Mad
  • Closer
  • So you can cry
  • Stop this world
  • Fade into the background

Neue Kritiken im Genre „R&B“
9/10

Fragen Über Fragen
  • 2017    
7/10

A Seat At The Table
  • 2016    
Diskutiere über „Ne-Yo“
comments powered by Disqus