The Dandy Warhols - Earth To The Dandy Warhols - Cover
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The Dandy Warhols Earth To The Dandy Warhols


  • Label: Etch N Sketch
  • Laufzeit: 70 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Garagen-Rock, Power-Pop, gewürzt mit ordentlich Psychedlic-Rock: Die Dandy Warhols sind inzwischen seit 1994 so dauercatchy, lässig und cool, dass man viel Neues nicht mehr erwarten mag von einer der Bands, die die große Welle der Werbespot-Ohrwürmer durch „Bohemian Like You“ mit ins frühe 21. Jahrhundert gerettet haben. Doch die mit Schlafzimmerblick versehene Partyband der unsatisfacted Generation X scheint mit zunehmenden Erfahrungs- und Lebensjahren eine beachtenswertere Gelassenheit auf Vinyl, Silberlingen und mp3-Format zu bannen, als in früheren Jahren.

Denn „Earth To Dandy Warhols“ – dem allgemeinen Trend folgend übrigens auch vertrieben über ein neugeschaffenes, eigenes Label und vorrangig Digital – überrascht durch deutlichen Niveauanstieg ohne komplette Neuerfindung. Ein Knoten scheint geplatzt, jetzt endlich spielen die Dandy’s ihre Stärken penetrant aus – sie lassen sich noch mehr Zeit, treibend entwickeln die Songs ihre Stärke erst nach dem Mehrfachhören, besonders beim unterschwelligen Nebenbeikonsum.

Gelassen – im Folgenden darf sich dieses Attribut bei jedem weiteren Song gedacht werden – und sphärisch gelingt der Einstieg mit „The World The People Together (Come On)“, „Mission Control“ wabert mit reichlich Augenzwinkern im Dunstkreis von Goth-Pop, aber catchy; und „Welcome To The Third World“ kommt im Gewand unaufgeregtem Disco-Funks daher, nur die Hüfte wippt (gelassen) mit. Plötzlich wähnt man sich in ihren alten Scheiben, denn mittendrin erscheint „Wasp In Lotus“ verzichtbar betäubend und erlahmend, sowie mit Abstrichen auch „And Then I Dreamt Of Yes“ und „Talk Radio“. Erst „Love Song“ kurbelt das Niveau wieder deutlich an, bei dem die Dandy’s überraschende Unterstützung von Dire Straits’ Mark Knopfler und von Mike Campbell, seines Zeichens Gitarrist der Heartbreakers, erhalten haben. „Mis Amigos“ hat sympathisches, kleines Hitpotential, vielleicht der beste Song des Albums, rockabilliesk tanzt „The Legend Of The Last Of The Outlaw“ und “Valerie Yum” überzeugt durch einen schön queren Rhythmus mit dreckigen Einstiegsriff aus der Garagenkiste.

Die musikalische Genrevielfalt ist nicht zu viel des Guten, nur knapp. Indes jedoch die Länge des ein oder anderen Tracks, aber da bleibt das Gespann aus Portland, Oregon stur, keine Frage. Die Dandy’s legen hier ihr bestes Album vor, wären die drei/vier verzichtbaren nicht, es würde sogar für formidabel reichen. Zeit nehmen!

Anspieltipps:

  • Mis Amigos
  • The World The People Together (Come On)
  • Mission Control
  • The Legend Of The Last Of The Outlaw…
  • Valerie Yum
  • Welcome To The Third World

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