Carla Bruni - Comme Si De Rien N´Etait - Cover
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Carla Bruni Comme Si De Rien N´Etait


  • Label: Naive/EDEL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Spagat zwischen französischer Eleganz und folkigen Klängen.

Zwei Millionen kauften weltweit das Debüt. Nur ein Viertel interessierte sich mehr für den Nachfolger. Mit Album Nummer Drei kümmert das Carla Bruni aber noch immer herzlich wenig. „Es ist mir nicht wichtig, mit meiner Musik Millionen zu verdienen. Ich will mit meinen Stücken einfach viele Menschen erreichen. Wenn mir jemand sagt: ‚Was du da singst, das habe ich auch schon gespürt.’, dann habe ich mein Ziel erreicht.“ erklärte die First Lady Frankreichs schon zur Veröffentlichung von „No promises“ (01/2007), das sich ausschließlich mit schwermütigen Gedichten englischsprachiger Dichter befasste, welche das Ex-Model wie schon ihre Eigenkompositionen auf „Quelqu´un m´a dit“ (07/2003) hauchzart ins Mikrophon säuselte.

„Comme si de rien n´etait“ (zu deutsch: „Als ob nichts gewesen wäre“) bedient sich dabei erneut der Formel der Vorgänger und platziert Frau Bruni-Sarkozis stimmliche Laszivität möglichst in den Vordergrund, damit die perfekt produzierten, spärlichen Arrangements, die keinen Hehl daraus machen meist in Endlosschleife zu erklingen, nie die Oberhand gewinnen, sondern stets ihre angestammte, unterstützende Wirkung beibehalten. Nichtsdestotrotz strahlt der Longplayer eine positivere Stimmung aus als Output Eins und Zwei, was vor allem an der stilistisch breit gefächerteren Untermalung und weniger an den lyrischen Auseinandersetzungen mit Verlust im Bezug auf das Älterwerden liegt. Bereits „L´amoureuse“ bebildert einen leichtfüßigen Streifzug durch französische Landschaften, während „Tu es ma came“ eine astreine Bluesnummer ist, die packend aber doch unaufdringlich gestaltet wurde, bis die gebürtige Italienerin mit „Ta tienne“ eine heiße Flamenco-Sohle aufs Parkett legt und das instrumentale „Il vecchio e il bambino“ des italienischen Komponisten Francesco Guccini einen eigenwilligen Schlusspunkt setzt.

Dazwischen versucht Bruni den Spagat zwischen französischer Eleganz und folkigen Klängen, an welchen aber meist der Status von nicht zu Ende gedachten Ideen haften bleibt. Das macht sich besonders bei „Salut marin“, „Le temps perdu“ und „Je suis une enfant“ (basierend auf einem Musikstück von Robert Schumanns „Von fremden Ländern und Menschen“ aus „Kinderszenen“) bemerkbar, da diese nicht nur mit einem Fade Out beschlossen werden, während Carla noch Text von sich gibt, sondern auch aufgrund des sich wiederholenden Melodieschemas. Gut, zum Relaxen fallen diese negativen Aspekte nicht ins Gewicht und die weitläufigere Stileinbindung wirkt sich positiv auf den Spannungsbogen des Albums aus, doch im Gegensatz zur bitteren Schwermut auf „Quelqu´un m´a dit“ verliert das Werk an Substanz und kratzt trotz des einen oder anderen netten Ansatzes nur an der Oberfläche. Da hilft es dann auch nicht, ständig über verloren gegangene Lieb- und Freundschaften zu singen, wenn die Grundstimmung nicht passt. Und das früher alles besser war, wissen wir sowieso selber.

Anspieltipps:

  • Ta tienne
  • Pêché d'envie
  • Tu es ma came
  • Notre grand amour est mort

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