Soundtrack - The Dark Knight - Cover
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Soundtrack The Dark Knight


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 74 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist das Filmspektakel des Jahres: Bruce Wayne alias Batman (Christian Bale) gegen Bösewicht Joker (Heath Ledger). Zwar wurde der Medienrummel durch das Ableben des Brokeback Mountain-Stars maßgeblich beeinflusst, doch glücklicherweise konnte der Film (glaubt man euphorischen Pressekritiken und der zwischenzeitlichen Topplatzierung auf der größten Internetfilmdatenbank IMDB.com) dem aufgebauten Druck standhalten und sowohl inszenatorisch als auch inhaltlich allen bisherigen Comic-Verfilmungen das Wasser reichen, wenn viele sogar mühelos übertrumpfen. Der zweite Teil des unter der Regie von Christopher Nolan (Memento, Insomnia, The Prestige) neu aufgerollten Batman-Franchises ist dadurch zu einem Pflichtfilm in den Kinos geworden, selbst wenn jemand mit der Thematik rein gar nichts anzufangen weiß, da Story und Aussage weit über den normalen Begriff einer schlichten Superhelden-Verfilmung wie z.B. „Fantastic Four“ oder „Superman returns“ hinausgehen.

In kommerzieller Hinsicht ist „The dark knight“ bislang jedem Film überlegen, der in Amerika je ins Kino kam und könnte sogar die magische 600 Millionen Dollarmarke von „Titanic“ nach über elf Jahren zum Einsturz bringen. Das einem derart gewaltigem Ereignis ein würdiger musikalischer Background geschuldet ist, dürfte auf der Hand liegen. Diese Bürde übernahm erneut niemand geringer als Hans Zimmer („Gladiator“, „Fluch der Karibik“, „Pearl harbor“) gemeinsam mit James Newton Howard („Michael Clayton“, „Blood diamond“, „King Kong“), die ein Glanzstück der modernen Filmmusik abliefern. Gleich die gnadenlos minimalistisch gehaltene Overtüre „Why so serious?“, die lediglich um zwei Noten herum komponiert wurde und in Anlehnung an die Band Kraftwerk entstanden ist, eröffnet den Score zum zweiten Batman-Teil der neuen Generation mit einem sowohl intensiven als auch bedrückenden Erlebnis musikalischer Natur.

Langsam und andächtig schleppen sich verzerrte Klänge heran, die in hektisch angeschlagene Geigen münden, bis sie eine elektronische Eruption gnadenlos in den Boden stampft. Anschließend wechseln sich die nervöser werdenden Saiteninstrumente mit tieftönender Dunkelheit und weiterer Unterstützung aus dem Computer ab und laufen nahtlos in das schon wesentlich klassischer konzipierte Stück „I´m not a hero“ über. Ab hier beginnt auch der Soundtrack im eigentlichen Sinne, da Zimmer und Howard in der restlichen Stunde komplett auf dermaßen schräge, wenn auch innovative Ideen verzichten und sich ausschließlich auf eine besonders düstere Klangkulisse stützen. Diese ist trotzdem keineswegs zu verachten, fokussieren die beiden Komponisten schließlich nicht nur einen gelungenen Score für die jeweiligen Szenen auf der Leinwand an, sondern bieten auch auf CD einen durchgehenden Spannungsbogen, der sich meist über mehrere Nummern zieht und so einen in sich geschlossenen Eindruck hinterlässt.

Langgezogene, dramatische Streicherpassagen und fragile Melodien wechseln sich ebenso ab wie musikalisch perfekt inszenierte, adrenalingesteuerte Verfolgungsjagden durch die Straßenschluchten Gotham Citys, die von pechschwarzen Soundlandschaften abgelöst werden, die die Zerrissenheit und die Ambivalenz der Charaktere im Film bestens unterstreichen. Im Vergleich zu vielen anderen Werken für Hollywoodfilme jedenfalls ein Genuss. Einziger Wermutstropfen: „The dark knight“ verzichtet beinahe komplett auf Motive, wodurch die Eingewöhnungsphase in den Soundtrack ungewöhnlich hoch ausfällt. Dafür kreieren Zimmer und Howard überdurchschnittliche Filmmusik, die für sich allein eine zusammenhängende Geschichte erzählt und ebenso ohne den Film gesehen zu haben eine unglaubliche Atmosphäre transportiert. Stark!

Anspieltipps:

  • Agent Of Chaos
  • Why So Serious?
  • Like A Dog Chasing Cars
  • Introduce A Little Anarchy

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