Mötley Crüe - Saints Of Los Angeles - Cover
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Mötley Crüe Saints Of Los Angeles


  • Label: Eleven Seven Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Acht Jahre nach dem letzten Studioalbum „New Tattoo” melden sich die Skandalrocker Mötley Crüe mit „Saints Of Los Angeles“ zurück! Es ist tatsächlich erst das neunte Studiowerk seit der Gründung im Jahr 1981 und das erste im Original-Line-up Vince Neil (Gesang), Mick Mars (Gitarre), Nikki Sixx (Bass) und Tommy Lee (Drums) seit nunmehr zehn Jahren. Denn zwischenzeitlich wurde die Crüe von Sänger und Gitarrist John Corabi (1992 - 1997) sowie Schlagzeuger Randy Castillo (1999 - 2000) vervollständigt. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.

Die Band verkaufte in ihrer wilden Karriere (nachzulesen in der Best-Seller-Biographie „The Dirt“) mehr als 80 Millionen Tonträger und zählt zu den erfolgreichsten Rockacts der Neuzeit. In Anlehnung an „The Dirt“ und dem eigenen Skandal-Best-Seller „The Heroin Diaries” beschreibt Nikki Sixx das Comeback als „A Tale of dirty Needles, damaged Minds, Music Industry Battles and a whole lotta Sex based on our Stories“. Damit herzlich willkommen in der verrückten Welt von Mötley Crüe!

Nach allen Soloausflügen und anderen Bandprojekten haben Mötley Crüe erkannt, dass sie nur in der Gruppe richtig funktionieren – und richtig Kohle machen. Logische Folge ist ein neues Studioalbum, mit dem sich eine finanziell lukrative Tournee legitimieren lässt. Ob das Werk am Ende etwas taugt, ist fast zweitrangig. Die Leute kommen ja eh. Entsprechend niedrig sind die Erwartungen an die neuen Songs, an denen in weiser Voraussicht Hit-Songschreiber Martin Frederiksen (Aerosmith, P!nk, Def Leppard) mitgewirkt hat. Doch auch der konnte nicht viel retten.

Mötley Crüe zocken uninspirierten Hard- und Sleazerock, der einen enttäuschend schwachen Fokus auf frische und zugleich eingängige Melodien legt, was leider auch nicht durch Härte und Wut ausgeglichen wird. Was bleibt, ist heiße Luft. Entsprechend obsolet gestaltet sich das Hörvergnügen. Die Herrschaften musizieren zu biographischen Texten in allegorischen Songs wie „Face down in the dirt“, „Down at the Whisky“, „Just another psycho“ und „Chicks = Trouble“ und vergessen darüber die Qualität der Musik, die allenfalls durchschnittlich ist.

Von dieser Sorte gibt es dutzende Bands am Sunset Strip. Mötley Crüe gehören, so dachten wir, eigentlich in eine andere Liga. Normalerweise. Denn beweisen können sie es heuer nicht. Da hilft es auch nichts, wenn beim Titeltrack in der „Gang Vocal Version“ große Star-Power aufgefahren und zusammen mit Jacoby Shaddix (Papa Roach), Josh Todd (Buckcherry), Chris Taylor Brown (Trapt) und James Michael (Sixx A.M. gesungen wird. Auf solch schnöde Publicity-Spielchen fällt heute niemand mehr rein.

Anspieltipps:

  • The animal in me
  • Goin‘ out swingin‘
  • White trash circus
  • This ain’t a love song
  • Welcome to the machine

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