Black Light Burns - Cover Your Heart And The Anvil Pants Odyssey - Cover
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Black Light Burns Cover Your Heart And The Anvil Pants Odyssey


  • Label: I Am: Wolfpack/EDEL
  • Laufzeit: 56 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Elektronisch gefärbte Rockmusik mit leichten New-Wave-Anleihen und düsterer Grundstimmung.

Es hat fast zwei Jahre gedauert, bis das Debütalbum der US-Band Black Light Burns – „Cruel Melody” – offiziell in die deutschen Läden kam. An und für sich ist das nichts besonderes, denn diese Spielchen kommen sehr häufig vor. Und trotzdem ist die Geschichte komisch, wenn man weiß, dass sich hinter Black Light Burns eine so genannte Supergruppe mit aktuellen bzw. ehemaligen Mitgliedern von Limp Bizkit (Wes Borland), Nine Inch Nails (Danny Lohner) und A Perfect Circle (Josh Freese) verbirgt bzw. verbarg. Vervollständigt wird das Team von Tastenmann Josh Eustis. Die Jungs spielen elektronisch gefärbte Rockmusik mit leichten New-Wave-Anleihen und einer düsteren Grundstimmung. Warum nur glaubt kein großes Label an das Potenzial dieser Band und lässt sie auf dem bedeutungslosen „I Am: Wolfpack”-Label von Heavy-Metal-Produzent Ross Robinson herumturnen?

Kaum ist das Debütalbum bei uns erhältlich, steht in den Staaten bereits der Nachfolger an. So ist das Leben. Wer zu spät kommt, den bestraft selbiges. „Cover Your Heart / The Anvil Pants Odyssey“ darf nicht als Schnellschuss gewertet werden, auch wenn es den Anschein hat, als würde es sich um eine Art Zwischenstation handeln. Denn die Band, die inzwischen in der Besetzung Wes Borland, Marshall Kilpatric, Nick Annis und Sean Fetterman antritt, covert darauf zehn ihrer Lieblingssongs quer durch die Geschichtsbücher der letzten 30 Jahre. Darunter sind so unterschiedliche Vorlagen wie Duran Duran („Hungry like the wolf“), Sisters Of Mercy („Lucretia my reflection”), PJ Harvey („Rid of me”), Fiona Apple („On the bound”) und Iggy & The Stooges („Search and destroy”).

Die Auswahl der nachgespielten Songs ist wirklich interessant (endlich mal etwas Neues) und das Ergebnis meistenteils äußerst gelungen. Die Band knüppelt sich durch derbes Material von Lard („Forkboy“), gibt uns die Industrial-Kante („So alive“ von Love And Rockets), lässt den Pop von Duran Duran in neuem Glanz erscheinen („Hungry like the wolf“) und mal bunte Wave-Wölkchen an den Himmel („Lucretia my reflection“). Das klingt toll und wurde mit Liebe zum Detail eingespielt. Doch leider hat jede Medaille zwei Seiten. Denn zu dem Coversong-Paket gesellen sich noch sieben nicht so erhellende instrumentale Eigenkompositionen vom „Cruel Melody“-Album aus der Feder Wes Borlands, wodurch „Cover Your Heart / The Anvil Pants Odyssey“ endgültig als vollwertiges Studioalbum gewertet werden muss. Schade nur, dass die Instrumental-Tracks alles andere als Bringer sind. Sie erinnern entfernt an das halbseidene Nine-Inch-Nails-Geplänkel auf „Ghosts I-IV“ (04/2008). Dadurch wird der Gesamteindruck bedauerlicherweise in Mitleidenschaft gezogen, was auch durch die beigefügte DVD nicht mehr gerettet werden kann.

Anspieltipps:

  • Rid of me
  • Search and destroy
  • Hungry like the wolf
  • Blood red head on fire
  • Drowning together, dying alone

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