Stereo MCs - Double Bubble - Cover
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Stereo MCs Double Bubble


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 73 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Leider macht auch die Mittelmäßigkeit vor den Herren und Damen aus Brixton keinen Halt.

Wer kennt sie nicht, die Jungs von den Stereo MCs aus Brixton mit dem Überhit „Connected“, der in den Neunzigern mit seinem unwiderstehlichen Groove und der Mischung aus Hip Hop, Soul und der typischen Note UK-Rave so viele Leute aus verschiedenen Genres überzeugen konnte. Es gab 2 Brit Awards und Tourneen zusammen mit U2 und den Happy Mondays. Was davor schon mit 2 Alben gefestigt wurde, brachte nun den verdienten Lohn und selbst wenn nach „Connected“ der ganz große Hit ausblieb, die Stereo MCs machen nach wie vor elektronische Musik auf einem hohen Level und der markanten Beigabe aus Hip Hop-Beats und souliger Gelassenheit. Das haben die Gründungsmitglieder Rob Birch und Nick Hallam zusammen mit den später hinzugestoßenen Owen If, Cath Coffey sowie Rachel Birch auch auf dem neusten Werk „Double Bubble“ nicht verlernt und präsentieren ihr solides Können gar auf 2 CDs.

„Get On It“ kommt mit Acid-Sounds und nervösen Beats daher, die von einer hohen Tanzbarkeit begleitet werden und durch Sirenen sowie markantem Sprechgesang ihren Höhepunkt erreichen. Shout-Einlagen als Backing Vocals und der ausklingende Hall in der abschließenden Zeile mit dem verlockenden Inhalt „London calling“ tun ihr übriges, um den Stereo MCs einen überaus standesgemäßen Auftakt in dieses Album zu bescheinigen. Bei „Karaoke“ überwiegt eine entspannte, sommerliche Atmosphäre, die durch psychedelische Sounds sowie Bläser und Afro-Beats in der Weltmusik vorbeischaut, ohne sich auf allzu gefühlsduselige Langeweile einzulassen. Mit einem Bein stehen die Stereo MCs halt doch immer im neongelben Licht der brodelnden Masse auf dem Dancefloor. „City Lights” wird durch weibliche Gesangparts und der verfremdeten Stimmen zu einem stilvollen Stimmen-Wirrwarr auf handfest wirbelnden Beats, die wunderbar grooven und tief ins Mark gehen.

Leider macht auch die Mittelmäßigkeit vor den Herren und Damen aus Brixton keinen Halt. So gibt es immer wieder Songs, die zwar ins Ohr und Bein gehen, doch einfach zu sehr den sicheren Durchschnitt im Stereo Mcs-Kosmos anpeilen. Solide auf jeden Fall, aber doch zu wenig, um auf längere Sicht die Nase vorn zu haben. „Revolution” ist so ein Song, der einfach vor sich hintrudelt, aber nach einer gewissen Zeit der Beschäftigung doch eher langweilt. Insgesamt tut die elektronischere Komponente der Platte aber gut und lässt den Hip Hop-Anteil zurückweichen. An manchen Stellen ist das ganze dann eher House/Dance oder wie im einschmeichelnden „Black Gold” lieblicher R´n´B. Die genre-übergreifende Ausrichtung der Briten ist geblieben und verzückt auch im Jahr 2008 noch ausreichend, besonders wenn man die explosive Live-Darbietungen vor Augen hat, die nach der Veröffentlichung auch Deutschland aufsuchen werden.

Anspieltipps:

  • Karaoke
  • Black Gold
  • Show Your Light
  • Hot Blood

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