One Way Mirror - One Way Mirror - Cover
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One Way Mirror One Way Mirror


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 48 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Da scheint es ein paar Herren in ihrem Stammbands langweilig geworden zu sein. Schade eigentlich, denn das Allstar-Paket, das Guillaume Bideau (Mnemic, Gesang), David Potvin (Lyzanxia, Phaze I, Gitarre), Franck Potvin (Lyzanxia, Phaze I, Gitarre), Loic Colin (Scarve, Watcha, Bass) und Dirk Verbeuren (Soilwork, Schlagzeug) mit „One way mirror“ geschnürt haben, ist weder packend noch wirklich interessant. Am ehesten kann dieser beherzte Griff ins Klo als lästiger Krach mit modernen Ambitionen benannt werden, denn Struktur kommt in den elf Stücken nur sehr selten auf. Viel eher holzt der Fünfer mit einer riesengroß Wut im Bauch und einer Wand aus abgehackten Riffs, erdrückenden Drumparts und unnötigem Effektgeschwurbel im Hintergrund ohne Rücksicht auf Verluste gerade nach vorne, vergisst dabei aber mal einen wirklichen guten Song vom Stapel zu lassen.

Lächerliches Detail am Rande: Durch ständig modern klingende Anbiederungen wie abrupte Breaks, Stimmverzerrungen, eine möglichst coole Darbietung von Bideau, der schon mal ein „Yeah“ in den Raum zu stellen weiß oder fehl am Platz wirkender, exzessiver elektronischer Nachbearbeitung der unterschiedlichsten Passagen, wodurch jegliche Plastizität in den Songs flöten geht, machen sich One Way Mirror das Leben unnötig schwer und liefern einen gut gemeinten, tonnenschweren Brocken, der sich aber leider durch die oben genannten Makel selbst demontiert. Wo Metal Blade hier eine musikalische Revolution sieht, ist jedenfalls schleierhaft. Gerade im hinteren Teil gibt es mit „21st century“ einen brauchbaren Track und die Coverversion von Frankie Goes To Hollywoods Klassiker „Relax“ ist ebenfalls klasse geworden.

Dabei wäre dieses ganze Effektgedöns nicht notwendig gewesen, haben sich für dieses Stück metallischem Industrial schließlich einige große Kaliber zusammengefunden, die es besser wissen hätten müssen. Am ehesten überzeugt noch Mnemic-Sänger Guillaume (der Rest versucht sich gegenseitig zu übertönen, wodurch die im Pressetext aufzufindende Bezeichnung „Killertracks“ eine ganz neue Bedeutung bekommt) mit einer Performance, die wie in seiner Stammband (er ist ja dort für den ausgestiegenen Michael Bogballe ins Boot geholt worden) zwischen markigen Shouts, klar gesungenen Parts und richtig fiesem Geschrei pendelt, obwohl er es wie schon gesagt ebenso übertreibt. Lange Rede, kurzer Sinn: Potential wäre in der Allstar-Truppe One Way Mirror definitiv vorhanden gewesen, leider wurde es nicht genutzt.

Anspieltipps:

  • Relax
  • 21st Century
  • Empty Spaces

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