Anathema - Hindsight - Cover
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Anathema Hindsight


  • Label: KScope/SPV
  • Laufzeit: 52 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Schade, das war nix. „Hindsight“ ist nicht mal ein netter Appetithappen und daher nicht einmal für Komplettisten zu empfehlen.

Das wurde verdammt nochmal Zeit! Endlich ein Lebenszeichen einer totgeglaubten Band. Nach „A natural disaster“ (2003) erschien zwar 2006 noch eine DVD („A moment in time“), aber ein neues Studioalbum war weit und breit nicht in Sicht. Als dann auch noch bekannt wurde, dass Anathema ohne Plattenvertrag da stehen, schien das Ende besiegelt. Doch anstatt die Flinte ins Korn zu werfen, schrieb die 1990 gegründete Band eifrig an neuen Songs, begab sich auf Tour mit Porcupine Tree und kam schließlich im Hause K-Scope unter, so dass ein neues Studioalbum mit dem vorläufigen Titel „Horizons“ wahrscheinlich nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt. Um die Wartezeit zu verkürzen, veröffentlichen Anathema nun kurzerhand eine Art Best-Of, das Akustik-Neueinspielungen bekannter Songs enthält. Das ist zwar mal was anderes, aber leider nur bedingt gelungen. Wie das bei Akustik-Versionen eben so ist, sind die Songs auf ein Minimum reduziert. Noch minimaler und man würde gar nichts mehr hören.

Die Lieder haben dadurch intimeren und introvertierteren Charakter als die Originale, wirken aber auch schwachbrüstiger und aufgrund dessen, dass die Stimme dominanter ist, sind sie teilweise etwas nervig. Ganz besonders auffällig ist das bei „One last goodbye“ vom Album „Judgement“ (1999). Die musikalische Reduktion in Tateinheit mit dem aufdringlichen Gesang sorgen dafür, dass man alsbald zum nächsten Song springt. Sowas wäre beim Original undenbkar. Überhaupt: die Idee, ohnehin schon subtile Songs noch subtiler zu machen, geht nicht gerade in die Annalen glorreicher Ideen ein. Auf „Hindsight“ passiert insgesamt zu wenig. Und die einzige Überraschung besteht darin, wie langweilig und zäh das Ganze ist. Erst zum Schluss wird es etwas besser, wenn in „A natural disaster“ weiblicher Gesang die Monotonie auflockert.

Fazit: Schade, das war nix. „Hindsight“ ist nicht mal ein netter Appetithappen und daher nicht einmal für Komplettisten zu empfehlen. Einsteiger sollten sich sowieso lieber die Originale anhören, denn die Akustikversionen sind teilweise doch sehr stark verfremdet und im direkten Vergleich schlicht und ergreifend durch die Bank schlechter. Da auch der neue Song („Unchained“) eher misslungen ist, dürften die Erwartungen fürs Studioalbum erstmal einen kräftigen Dämpfer erhalten haben.

Anspieltipps:

  • Flying
  • A natural disaster
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