Stone Gods - Silver Spoons And Broken Bones - Cover
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Stone Gods Silver Spoons And Broken Bones


  • Label: Stone Gods Records/PIAS
  • Laufzeit: 49 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Oktober 2006 war die sensationelle Karriere der britischen Band The Darkness nach nur zwei Studioalben besiegelt. Frontmann Justin Hawkins war wegen seiner immensen Alkohol- und Drogenprobleme ausgestiegen und sollte bzw. konnte nicht adäquat ersetzt werden. Da die verbliebenen Mitglieder aber nicht so einfach in den Sack hauen wollten, wurde der Öffentlichkeit ein Jahr später die offizielle Nachfolgeband von The Darkness vorgestellt: Stone Gods.

Mit der limitieren und inzwischen sehr schwer zu bekommenden EP „Burn The Witch“ (2007) gaben Ex-The-Darkness-Kreativ-Leader Dan Hawkins (Gitarre, Gesang) sowie seine neuen alten Mitstreiter Toby MacFarlaine (Bass, Gesang), Richie Edwards (Gesang, Gitarre) und Ed Graham (Drums) auf dem bandeigenen Label ihr Debüt ab. Eine gute Gelegenheit für alte und zukünftige Hörer, um sich an den neuen Sound zu gewöhnen. Denn solange man auch wartete, auf „Burn The Witch“ wurden keine musikalischen Witzchen im The-Darkness-Stil verbraten und es jodelte auch kein blonder Jüngling namens Justin Hawkins mit einem Eunuchenchor um die Wette. Bei den Stone Gods geht es nämlich vergleichsweise ernst zu. Bierernst, um genau zu sein – siehe Track Nr. 13.

Mittlerweile liegt (zumindest in Großbritannien) das 13 Songs umfassende Debütalbum der Stone Gods vor. „Silver Spoons & Broken Bones” heißt das gute Stück, auf dem der „Burn The Witch“-Stil fortgesetzt wird. Das bedeutet, wie schon bei The Darkness, dass sich die Mannen um Dan Hawkins von Metal- und Rockmusik der 70er und 80er Jahre beeinflussen lassen und erneut ihren ganz eigenen Sound daraus destillieren. Das funktioniert sogar ohne Justin Hawkins sehr gut! Schließlich ist das Gitarrenspiel seines Bruders auch ziemlich prägnant, nicht zu vergessen das sichere Händchen der Herren für eingängige Melodien. So finden sich in der Tracklist ein paar echte Perlen wieder, wie die mitreißenden Rock’n’Roller „I’m with the band“ und „Making it hard“ oder der bereits bekannte, derbe Heavy Rocker mit coolem Metallica-Gedächtnis-Speed-Metal-Riff-Break („Burn the witch“). Dazu gibt es massenhaft catchy Stadionrocker á la Def Leppard („Where you comin‘ from“, „Start of something“) und zumindest eine bittersüße Halbballade („Lazy bones“).

Ja, es ist fast wie früher bei The Darkness, nur, dass der alte Glam-Faktor fehlt und ein optisches Aushängeschild fehlt. Dafür konzentrieren sich die Musiker jetzt mehr auf die Musik. Und das ist auch gut so! Aber ohne die Unterstützung eines Majorlabels könnte es schwer werden, den „todernst“ gemeinten 80er-Jahre-Retrosound der Stone Gods zu etablieren. Dabei ist das Ganze handwerklich 1a und der Spaß kommt auch nicht zu kurz. Fazit: So hätte das neue Def-Leppard-Album klingen können, wenn die Pop-Rock-Götter nicht inzwischen zu einer Selbstparodie verkommen wären.

Anspieltipps:

  • Wasting time
  • Defend or die
  • Burn the witch
  • Magdalen street
  • I’m with the band
  • Where you comin‘ from

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