Believe - Yesterday Is A Friend - Cover
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Believe Yesterday Is A Friend


  • Label: Metal Mind/SOULFOOD
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Polnische Bands sind in unserem Lande eher ungeläufig, obwohl es auch bei unseren Nachbarn im Osten durchaus einiges an hörenswertem Material gibt. Ein Beispiel für Musik aus dem osteuropäischen Land ist die Progressive Rock-Band „Believe“. Gitarrist Mirek Gil und Bassist Przemas Zawadzki (beide Ex Satellite) hegten 2005 den Gedanken, eine interessante, wie ungewöhnliche Band zu gründen, bei der klassische Elemente auf Rockmusik treffen sollten. Nachdem Keyboarder Adam Milosz, Drummer Wlodek Tafel und Violinistin Satomi hinzugeholt wurden, begann man mit den Aufnahmen zum ersten Album. 2006 brachte die Band ihr Debüt auf den Markt und erntete damit, sowohl in der Fachpresse, als auch unter den polnischen Fans viel Lob. Mit ihrem Zweitwerk will die Band nun auch international Erfolge feiern.

„Time“ beginnt zunächst etwas verhalten, öffnet sich im hinteren Drittel aber deutlich. Viele Wechsel von Rhythmik, Gitarrenriffs und Einätze der Violine und des Keyboards sorgen dabei immer wieder für unerwartete musikalische Wendungen. Der Opener stellt einen wirklich gelungenen Einstieg dar. Stimmlich kann man Tomek durchaus mit den cleanen Vocals vom Sänger der Progressive-Metal-Legende Opeth verglichen werden. Die Stimme in den Bridge-Passagen von „Tumor“ ist dezent übersteuert, was einen eigenartigen und gleichzeitig frischen Wind mit sich bringt. Aber gerade durch diese Art von Experimenten lebt „Yesterday is a friend“ und nur solche manchmal gut geglückten, wie in dem gerade erwähnten „Tumor“ und auch weniger gut gegangene Versuche, wie im afrikanisch angehauchten „Mystery is closer“ kommt eine Band und auch die Musik im Allgemeinen voran. Das soll nicht heißen, dass Believe hier ein geradezu revolutionäres Album geschaffen haben, sondern lediglich, dass sich diese Band vom Einheitsbrei der Rockmusik deutlich abhebt und damit den Zuhörer ein ums andere Mal überraschen kann.

Das faszinierende am Progressive Rock ist eben genau dieser Moment, den keiner kommen sieht, man muss sich nur darauf einlassen können. Im Gegensatz zu den eben erwähnten Opeth ist „Believe“ viel ruhiger und im weiteren Verlauf der Platte finden sich auch immer weniger der aggressiven Ausbrüche, wie in „Time“ wieder. Das ist durchaus etwas schade, denn gerade diese Explosionen sorgen für Überraschung. Jedoch kompensiert die Truppe dieses „Defizit“ mit ungewöhnlichen Schlagzeugrythmen und vielen klassischen Einlagen, wie in „You & me“. Die wunderschöne Ballade enthält ein wirklich brillantes Gitarrensolo, nur stimmlich wünscht man sich dann doch etwas mehr Abwechslung, denn die Monotonie der Tonlage lässt auch den Song etwas blass wirken. In „Memories“, der eines der Highlights des Albums markiert, findet sich dann wieder ein Song der aggressiveren Gangart. „Together“ ist ein warmer, ruhiger und leider ebenso kurzer Abschluss, bei dem man sich wünscht, diese CD würde noch nicht zu Ende sein.

Eines kann man wirklich nicht verstehen: Dass die Band über die Landesgrenzen hinweg kaum bekannt ist. „Yesterday is a friend“ ist kein perfektes Album, jedoch bietet die CD so viel Abwechslung und ist noch dazu super produziert. Der einzige Grund für den niedrigen Bekanntheitsstatus der Polen kann eigentlich nur an der zu geringen Promotion ihres Labels liegen. Das zweite Album der fünfköpfigen Formation, auch als Digipack mit drei Bonussongs erhältlich, ist jedenfalls ein absolut hörenswertes und deshalb auch empfehlenswertes Klangerlebnis.

Anspieltipps:

  • Time
  • What they want (is my life)
  • You and me
  • Memories

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