Fear My Thoughts - Isolation - Cover
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Fear My Thoughts Isolation


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit einer rücksichtslos genialen Platte wie „Vulcanus“ (01/2007) im CD-Player vergeht die Zeit wie im Flug und schon steht der nächste Output von Fear My Thoughts an. Gerade einmal 1½ Jahre haben sich Markus Ruf (Gitarre), Patrick Hagmann (Gitarre), Bartosz Wojciechowski (Bass) und Norman Lonhard (Schlagzeug) gegeben um den Nachfolger zur besten Melodic Death Metal-Scheibe von 2007 ohne Sänger Mathias Benedikt von Ockl, der Ende des letzten Jahres die Band verließ um sich mehr Privatleben zu gönnen, fertig zu stellen. An seine Stelle rückt Martin Fischer, der nicht nur auf die markigen Growls und Shouts seines Vorgängers verzichtet, sondern mit einem rauen und kräftigen Rock-Organ den Stil der Rheinfelder in ein ganz anderes Licht rückt, wodurch das deftige Todesblei komplett in den Hintergrund tritt und „Isolation“ als progressives Langeisen verstanden werden will, das in dieser Form wohl von niemandem erwartet werden konnte.

Ganz recht: Melodic Death ist Schnee von gestern, ab jetzt regieren bei Fear My Thoughts gemäßigtere Töne. Bedeutet das nun eine hoffnungslose Anbiederung an den Mainstream oder ist diese 180° Wendung doch nur schlichtes Marketingkalkül? Eigentlich keines von beiden, denn was der Fünfer mit der neuesten Scheibe abliefert entzieht sich jeglichen kommerziellen Schubladen oder sonstigen finanziellen Hintergründen, da die Band schlicht und ergreifend genau das gemacht hat, was sie gut kann und das bedeutet grandiose Songs mit griffigen Melodien zu schreiben, die einem nicht so schnell aus dem Kopf gehen. Da eine direkte stilistische Nachfolge mit dem neuen Sänger ohnehin kaum möglich ist (und wohl auch nicht beabsichtigt war), weil Fischer eben mehr über die rockigen, denn über die metallischen Voraussetzungen für einen Output wie „Vulcanus“ verfügt, knallen sie eben einen progressiven Brocken heraus, der zwischen Stoner, Doom, Gothic, etwas schwedischem Death und Hardcore pendelt, als wäre es das Natürlichste der Welt.

Nach dem ersten Durchgang bleibt einem sowieso nichts anderes übrig als erst einmal zu stutzen und das Gehörte zu verarbeiten. Sind das wirklich Fear My Thoughts? Hab ich mich im Plattenladen nicht vergriffen? Wieso hat das rein gar nichts mit dem zu tun was ich erwartet habe? Fragen, die logischerweise anfangs einer Erklärung bedürfen, mit der Zeit aber wie Schall und Rauch verblassen, hat man sich erst einmal auf die neue Seite der Deutschen eingelassen, die mindestens genauso stark ist wie ihre alte. Nur noch nicht ganz so ausgereift, aber auch das wird den Jungs angesichts solcher musikalischer Offenbarungen wie „Through the eyes of god“, „The hunted“, „Burning the lamb / The sacrifice“ oder dem härtesten Song des Albums „Pitch black“, der noch ein todesmutiges Überbleibsel mit Hardcore-Breitseite vom Vorgänger sein könnte, verziehen. Sicher werden sich viele aufgrund der neuen Ausrichtung mächtig vor den Kopf gestoßen fühlen und der Truppe kopfschüttelnd den Rücken kehren, aber damit würde ihnen ein intensives musikalisches Erlebnis entgehen, das durch eine raue und kantige Abmischung (selten so ein natürlich klingendes Schlagzeug auf einem Album gehört) noch besser ist, als es sich hier liest. Fazit: Einfach jegliche Erwartungshaltungen ausblenden und genießen!

Anspieltipps:

  • Pitch Black
  • The Hunted
  • Through The Eyes Of God
  • Burning The Lamb / The Sacrifice

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