Architects - Ruin - Cover
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Architects Ruin


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Im zarten Alter von 17 Jahren veröffentlichen im Jahr 2005 fünf Engländer aus der beschaulichen Stadt Brighton ihr Debütalbum „Nighmares“ und sorgen damit in der britischen Metalszene für einen Sturm der Begeisterung. Denn was die Band in diesen jungen Jahren ablieferte, schaffen andere in 20 Jahren nicht. Nach einer Tour quer durch Europa, die den Bekanntheitsgrad kräftig ankurbelte, begann die Truppe mit den Aufnahmen zum Zweitwerk. Selbst das Aussteigen von Sänger Matt Johnson zu diesem Zeitpunkt konnte den kreativen Höhenflug der Truppe nicht bremsen. Kurzerhand wurde Sam Carter als neuer Shouter verpflichtet und die Produktion fortgesetzt. Wie sich jetzt zeigt war dieser Umstand nicht etwa ein Rückschritt, sonder verhalf dem Quintett zu mehr musikalischer Vielfalt, denn neben den „klassischen“ Shout-Vocals beherrscht dieser cleane Gesänge nämlich ebenso gut und verhilft der Band ein ums andere Mal zu mehr Abwechslung im Klangbild. Nachdem Anfang 2008 eine 2-Song-EP veröffentlicht wurde, kann sich nun an „Ruin“ endlich auch der Rest Europas erfreuen.

Mit „Buried at the sea“ beginnt das Werk schnell, aggressiv und trotz allem noch melodisch. Eine Richtung, die auf dem ganzen Album beibehalten werden wird. Viele Schlagzeug-Soundwechsel und abwechslungsreiche Melodien der beiden Gitarristen Tom Searle und Tim Hillier-Brook prägen den Einstieg ins Werk. „Hunt them down“ setzt zunächst tempomäßig noch einen drauf und nachdem es kurz pausiert, wird die Drummaschine aka Dan Searle wieder angeworfen. Was der 21-Jährige hier auf seinem Set zusammenhämmert, grenzt schon fast am Rande der Körperverletzung des ach so armen Schlagzeuges. Jedoch merkt man ihm dabei stets sein feinfühliges Können an. In „You’ll find it safety“ erklingen im Übrigen zum ersten Mal cleane Vocals. Und dabei stellt sich Carter wirklich gut an. Unter diesem Aspekt erscheint es etwas traurig, dass diese so selten eingesetzt werden. Jedoch bleibt ja noch genügend Zeit, um diese auf zukünftigen Alben vielleicht doch etwas öfter zu hören. Einer so jungen Band kann man nur wünschen, dass diese Aggressivität, die sich geradeeben in den Shoutvocals widerspiegelt, nicht so schnell verloren geht.

„Sail this ship alone“ stellt das Ende des davorliegenden Songs und eine der wenigen Verschnaufpausen auf dem Album dar, die dem geneigten Zuhörer gegönnt werden. „Heartless“ lässt dann im Anschluss leider die an dieser Stelle als so treffend empfundenen cleanen Vocals vermissen. Das folgende „North lane“ jedoch macht die gemischten Gefühle mit einem wirklich fetten Riff wieder gut. Hier tauchen endlich, wenn auch nur dezent, die gelobten cleanen Vocals wieder auf. „I can’t see the light“ ist eigentlich der einzige wirkliche Song, bei dem das Tempo ein wenig herausgenommen wird. Aber auch dabei kann man den fünf Jungs nichts Negatives abgewinnen. „Save me“ schließt dann ähnlich, wie begonnen wurde: Laut, schnell und druckvoll.

Für alle die auf wirklich aggressiven Metalcore stehen, sei dieses Werk an Herz gelegt. Alle anderen werden sicher mit der geballten Wut der jungen Engländer so ihre Probleme haben. Derzeit ist die Band im Übrigen mit den Arbeiten an ihrem dritten Album beschäftigt, auf das die restlichen Europäer im Vergleich zu ihren Insel-Nachbarn hoffentlich nicht so lange warten müssen. Denn dafür sind die Briten einfach zu gut.

Anspieltipps:

  • Hunt them down
  • You’ll find safety
  • North Lane

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