Okie Rosette - (Leap Second) - Cover
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Okie Rosette (Leap Second)


  • Label: Monotreme Records
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Willkommen in der Wildnis. Okie Rosette könnte man sich wunderbar als kleine kauzige Einsiedlerfamilie in den Weiten einer unberührten Naturlandschaft vorstellen. Wobei Sänger und Mastermind Felix Constanza so was wie das Oberhaupt der Sippschaft wäre, der zwar eigenbrötlerisch, aber ansonsten immer liebevoll und herzensgut über seine Lieben wacht.

„( Leap Second )“ könnte dann folglich die Hausmusik sein, die er und seine Angehörigen abends vor dem knisternden Kamin aufgenommen haben. Und wie es in einer guten Familie nun mal so ist. Es gibt gute und weniger gelungene Tage. Bei „Intro“, das „logischerweise“ dann auch der fünfte Track des Albums ist, oder „Candy Lane“ scheint jedoch der Haussegen etwas schief gehangen zu haben. Denn hier kämmen Okie Rosette die ansonst meist doch sympathischen Melodien ein wenig kratzbürstig gegen den Rhythmusstrich und die extreme Vermischung von Synthesizerklängen, diversen Loops, Blasinstrumenten und einer Hand voll Percussion ist dann doch etwas des Guten zu viel.

Am besten funktionieren Okie Rosette, wenn die Abendsonne durchs Blockhausfenster scheint, alle gemütlich beisammensitzen und dem Folk im Blut einfach freien Lauf lassen. „Repeat & Fade“ schlendert geradezu genüsslich durch die Americana-Prärie, „Sing The Hotel“ schwebt locker luftig über den Buchenholzdielen und „Just Passing Through The Spokes“ brilliert mit einfacher Akustikgitarre und in bester Singer-Songwriter-Manier. Auch die Besucher, die sich ab und zu in das abgeschieden Idyll des Rosette-Clans verirren, so wie Pogues Sänger Shane McGowan oder Carrie Bradley (The Breeders) hinterlassen einen durchaus angenehmen Nachschall. Mit „#2 (Looking For Exile)“ liefert Constanza dann quasi den Soundtrack zu seinem eigenen Wildlife-Szenario. Der ruhige (und beste) Song würde ohne Frage jedem Independentfilm-Soundtrack exzellent zur Musik stehen.

Der Ex-„Granfaloon Bus“ Sänger ist ein alter Hase. Und das beweist er auch auf „( Leap Second )“. Okie Rosette wird im dichten Folkmusikwald mit diesem Album jedoch kein allzu großes Aufsehen erregen können. Dafür klingen sie zu abgeschieden und es fehlt schlicht die Konstanz, der besondere Anstrich dieser hauptsächlich akustisch dominierten 36 Minuten. Dennoch kann Constanza (samt Anhang) hier ein durchaus annehmbares Folkalbum vorlegen, das durchaus den Beginn eines andauernden und wachsenden Familienglückes einleiten könnte.

Anspieltipps:

  • Repeat & Fade (Grand Opening)
  • Just Passing Through The Spokes
  • #2 (Looking For Exile)

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