Caspian - The Four Trees - Cover
Große Ansicht

Caspian The Four Trees


  • Label: Make My Day/ALIVE
  • Laufzeit: 60 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem sich Caspian auf Tour durch ihr Heimatland, den USA, bereits die Finger wund gespielt haben, kommt nun auch endlich der Rest der Welt in den musikalischen Genuss der fünf Herren aus Massachusetts. Hört man sich das Debüt „The Four Trees“ an, schießen einem unweigerlich Namen wie Mogwai und Sigur Rós in den Kopf, denn Caspian bewegen sich stilistisch zwischen Postrock und Ambience. Leichte Kost klingt anders und so gibt sich „The Four Trees“ nicht damit zufrieden, entspannt im Hintergrund zu plätschern, sondern fordert die ganze Aufmerksamkeit des Hörers.

Umschmeichelnd zart leitet „Moksha“ den Beginn des Albums ein, wird dann aber kräftiger und endet mit einem bombastisch voll klingenden Höhepunkt. Positiv gestimmt zeigt sich „Some Are White Light“, ein Lied, wie ein Spaziergang am Meer: verträumt, anmutig, aber auch mächtig und bei Zeiten stürmisch. „Sea Lawn“ übernimmt fließend und verheimlicht eineinhalb Minuten lang, wie es weiter gehen wird, um schließlich in einer laid-back-Stimmung zu münden.

Wie auch alle anderen Songs auf „The Four Trees“ kommt „Crawlspace“ ohne Gesang aus. Doch dieses Mal bleibt der blumige, entspannte Charakter aus; Caspian stellen ein neues Kapitel vor. Philip Jamieson, Calvin Joss, Erin Burke-Moran, Chris Friedrich und Joe Vickers gehen jetzt härter nach vorn, dreschen auf das Schlagzeug ein, fiedeln diverse Soli und machen auch an dieser Stelle eine äußerst gute Figur. Nicht täuschen lassen sollte man sich von „Book IX“, denn der ruhige Anfang ist nur die Aufwärmphase für die darauf folgenden Gitarrenwände, die Caspian ganz offensichtlich für sich entdeckt haben.

Ohne merklichen Höhepunkt wabert „The Dropsonde“ vorbei, um dem, mit gleich mehreren Höhepunkten versehenen, „Brombie“ Platz zu machen. Wahrscheinlich der Song, der sich am besten eignet, um den Stil von Caspian zu beschreiben, denn hier versammeln sich alle Facetten und Klänge aus „The Four Trees“ in nur einem einzigen Stück. Dementsprechend mitgenommen hinterlässt einen „Brombie“. Das entspannte „Our Breath In Winter“ ist der ideale Ausgleich, ein Ruhepol, melancholisch und verträumt. „The Dove“ trägt diese Entspannungsklänge weiter; es ist schon erstaunlich, wie stahlharte Gitarrenriffs mit hauchzarten Melodien nebeneinander harmonieren können. Doch auch die schönste Laid-Back-Phase hat mal ein Ende; „Asa“ greift das Ruhethema zwar noch auf, steigert sich dann aber in immer kräftigere Lagen, um letztlich den Staffelstab an das kurze, aber sehr krachige „...Reprise“ abzugeben.

Nach einer Stunde der emotionalen Achterbahn entlassen Caspian den torkelnden Hörer wieder in die reale Welt. Fest steht: Liebehaber des modernen, abwechslungsreichen Postrocks kommen vollständig auf ihre Kosten.

Anspieltipps:

  • Some Are White Lawn
  • Crawlspace
  • Brombie
  • Our Breath In Winter
Neue Kritiken im Genre „Post-Rock“
Diskutiere über „Caspian“
comments powered by Disqus