Scars On Broadway - Scars On Broadway - Cover
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Scars On Broadway Scars On Broadway


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

„Scars on Broadway ist kein Seitenprojekt!“ So äußerte sich Sänger und Gitarrist Daron Malakian auf die Frage wann denn nach dem musikalischen Ausflug mit seiner neuen Formation das nächste System Of A Down Album erscheint. Somit scheint ein neuer Longplayer der Armenen in weite Ferne zu rücken. Grund genug sich nach dem Soloalbum von SOAD-Sänger Serj Tankian etwas näher mit dem Projekt Scars On Broadway, bei dem neben dem schon erwähnten Malakian auch SOAD-Schlagzeuger John Dolmayan und drei Ex-Mitglieder aus Pulse Ultra mit von der Partie sind, zu beschäftigen. 2006 gegründet, ging das Quintett im September 2007 ins Studio um das selbstbetitelte Debüt aufzunehmen. „Ich mache mir Gedanken über mein Leben und lasse diese Eindrücke dann ganz natürlich in die Songs einfließen, erzwingen will und kann ich da nichts.“ berichtet Daron über seine Arbeitsweise beim Entwickeln neuer Songs und beantwortet damit gleichzeitig die Frage, weshalb es so lange bis zum Erscheinen des Debüts gedauert hat. Und wie klingen die Songs nun?

Eins ist sicher, alle die „Toxicity“ gut fanden, werden auch ihren Spaß mit dieser Scheibe haben. Denn seine musikalische Vergangenheit kann und brauch Malakian nicht zu verbergen. Jedoch wurde der Metal-Anteil deutlich zugunsten von Jazz-, Rock- und Popklängen der 60er und 70er Jahre reduziert. Nach den beiden letzten doch eher gradlinigen SOAD-Alben tun die wilderen Klänge (z.B. „Stoner Hate“) nicht nur dem Zuhörer, sondern vor allem auch Malakian sichtlich gut. „Serious“ legt gleich von Anfang an richtig los und erinnert an eine Mischung aus System Of A Down und, durch die verhältnismäßig hohen Stimmen, Billy Talent. „Funny“ nimmt dann das Tempo mit seinen Surf-Klängen etwas raus, bevor mit „Exploding / Reloading“ wieder an Fahrt aufgenommen wird. Die Länge der Songs hält sich in Grenzen, jedoch ist die Spieldauer treffend gewählt. Die Riffs der schnelleren Stücke können dabei nie verbergen, dass hier ein SOAD-Mitglied am Saitenbrett werkelt. Mit „Insane“ steht die erste ruhigere Nummer auf dem Programm, bei welcher auch textlich ernstere Töne angesprochen werden. Ernsthafte Texte finden sich im Übrigen viele auf dem Album. Frustration war, wie Malakian auch selbst sagt, einer der Hauptantriebe für das Album. Sicher nicht jedermanns Geschmack sind die elektronischen Einschläge, diese bringen jedoch, wie in „Chemicals“, einen frischen Wind mit sich und sorgen ganz nebenbei auch für einige Spaßmomente beim Lauschen.

Experimentell ohne dabei seine Wurzeln zu verleugnen, so kommt Malakian mit Scars On Broadway daher. Aus meiner Sicht deutlich besser als die letzten beiden System Of A Down Alben, hat er hier ein mit kleineren Ecken und Kanten versehenes Werk geschaffen, mit welchen er sich nicht nur weiterentwickelt, sondern auch songwritingtechnisch deutlich gesteigert hat. Vielleicht war es für SOAD einfach an der Zeit, nachdem alle Mitglieder mit der Entwicklung nicht mehr 100%ig glücklich waren, zumindest diese längere Pause einzulegen, wenn nicht sogar die Erfolge auf sich beruhen zu lassen. Mit diesem Album jedenfalls können nicht nur Fans sicherlich gut leben.

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