Unkle - End Titles: Stories For Film - Cover
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Unkle End Titles: Stories For Film


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 74 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

James Lavalle, Mastermind hinter Unkle, entschied sich hier für die Zweitverwertung liegen gebliebenen Materials. Wie der Titel bereits impliziert, aber ausschließlich Auftragsarbeiten und die dabei entstandenen Abfallprodukte für die Film- und Spielindustrie. Die vorhandenen Musikideen wurden von Lavelle, seinem Bruder Adrian und Pablo Clements dabei in, für Unkle-Verhältnisse, raschen 5 Wochen im Studio neu aufgenommen.

Viel stammt von der Kollaboration mit Alex Grazioli’s Dokumtation über den Filmemacher Abel Ferrarra, „Odyssey in Rome“. Die Tracks „Heaven“ und „Blade In Black“ finden sich ursprünglich auf dem Skatevideofilm „Fully Flared“ von Spike Jonze. Auch die Aufnahmesessions zum letzten Unkle Album „War Stories“, bei dem Gavin Clark vieles, Josh Homme oder auch Chris Goss manches Mal mithalfen, bot genügend Ungenutztes, dass nun wieder aufgegriffen auf „End Titles…“ seinen Platz findet. Dazu gesellen sich eine formidable Kollaboration mit Black Mountain („Clouds“) und viele Stücke von und mit den diversen Tourmusikern.

Der Duktus der Platte schwelt in ambivalent schön-düsterer Traurigkeit. Lavelle, ohnehin immer den Anspruch Gesamtkunst zu schaffen in petto, macht hier Kopfkino - Musik zum nachdenken. Ein ästhetisches Milieu, das eine Zusammenarbeit mit Trent Reznor durchaus nahe legt. Obgleich kein reguläres Album, wirkt „End Titles…“ musikalisch integer, überlegt und arrangiert, insofern ist es auch kein bloßes B-Seiten Werk.

„Heaven“, einer von vier Songs auf denen Gavin Clark singt, steht paradigmatisch für den sich durch den gesamten Silberling ziehenden Faden: Sounds die zwischen instrumentaler und elektronischer Umsetzung hin und her diffundieren. Lavalle nennt es „beat-driven instrumentals and electronic rock“. Ab und an schaut man auch bei klassischen Streicherarrangements vorbei, doch lodern diese oft im kitschigen Pathos von emotionalem Blockbusterkino.

Herausragend sind die Instrumentals, die vorhanden Kooperationen mit Josh Homme, Chris Goss und Gavin Clark haben ja nicht umsonst den Weg auf „War Stories“ verfehlt. Treibende Basslinien, sich langsam aber stetig aufbauende Rhythmen wie in „Can’t Hurt“ überzeugen und erregen psychedelisch. „You are lightning bolts“ echot es in „Clouds“; Geisterchöre und sphärische Elektronik umspielen monotone Rhythmushypnose. Der gesamte hintere Teil von „End Titles…“ ist ein pittoresker, düsterer Trip. Faszinierend anmutig, wenn nicht die ein oder andere überstrapazierte Länge, besonders im vorderen Teil, vorhanden wäre. Ein Zweitverwertung der gelungeneren Art.

Anspieltipps:

  • Blade In The Back
  • Can’t Hurt
  • 24 Frames
  • In A Broken Dream
  • Clouds
  • Heaven
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