RZA As Bobby Digital - Digi Snacks - Cover
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RZA As Bobby Digital Digi Snacks


  • Label: Bodog Music/SOULFOOD
  • Laufzeit: 75 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Dekade nach „In Stereo“ (1998) und sieben Jahre nach „Digital Bullet“ (2001) legt Star-Rapper und Songschreiber Robert Diggs aka RZA, nebenbei der Hauptproduzent des Wu-Tang Clans, eine neues Album in der Gestalt des fiktiven „Bobby Digital“ vor.

Mit „Digi Snacks“ vollendet RZA die „Bobby Digital“-Konzept-Trilogie und lässt für eine HipHop/Rap-Platte höchst ungewöhnliche Gäste auftreten: Gitarrist John Frusciante von den Red Hot Chili Peppers, Bassist Shavo Odadjian von System Of A Down und George Harrisons Sohn Dhanni. Von RZAs Wu-Tang-Clan-Kollegen ist als einziger Inspecktah Deck zu hören.

Der Hörer muss sich darauf gefasst machen, dass es sich um kein 08/15-Rap-Album von der Stange handelt, wenn RZA in die Rolle von Bobby Digital schlüpft, obwohl es auf „Digi Snacks“ mächtig Old-School-Like zugeht. Will heißen: Der Hörer bekommt keine futuristischen Timbaland-Beats, gekreuzt mit elektronischen Elementen vorgesetzt. Es gibt auch keine Vorzeige-Duett-Partner im Stile eines Justin Timberlake oder einer Nelly Furtado für potenzielle Singleauskopplungen. Nein, RZA konzentriert sich nicht auf Äußerlichkeiten, er braucht auch keine endlosen Feature-Listen und ein Dutzend unterschiedlicher Produzenten. Er lässt viel lieber wohl dosierte Details sprechen, zu denen u.a. die feine Gitarrenarbeit John Frusciantes und der Beitrag von Reverend William Burke gehören.

Auch wenn bei RZA alles eine Nummer kleiner vonstatten geht, bekommt der Hörer trotzdem ungewöhnliche Tracks wie das mehr als acht Minuten lange „You can’t stop me now“ oder das gut 6-minütige „Up again“ zu hören, die in eine durchgehende, sehr düstere Handlung eingebettet sind, die sich vom ersten bis zum letzten der insgesamt 18 Tracks (zwei mehr als auf der US-Version) durchzieht. RZA und Co. bewegen sich fast durchgängig im Midtempo-Bereich und verstärken dadurch die drückende Gangsta-Ghetto-Straßen-Rap-Atmosphäre, die nur selten aufgebrochen wird.

Wie immer ist es schwer, einzelne Stücke aus einem Konzeptalbum herauszuheben. Bei solchen Werken zählt das Große und Ganze und nicht einzelne Hitsingles. Diese gibt es (vielleicht bis auf „Put your guns down“) auch gar nicht auf „Digi Snacks“. Aber ist das schlimm? Nein! Wer mal wieder ein cooles und dazu ambitioniertes Old-School-Werk hören will und mit Namen wie Ice-T und Ice Cube (noch) etwas anfangen kann, ist hier genau richtig.

Anspieltipps:

  • Creep
  • Drama
  • No regrets
  • Don’t be afraid
  • You can’t stop me now

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