Walter Becker - Circus Money - Cover
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Walter Becker Circus Money


  • Label: Rykodisc/Rough Trade
  • Laufzeit: 60 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Walter Becker? Wer ist dieser Mann mit dem Ur-deutschen Namen? Zunächst: Becker ist seit seiner Geburt vor 58 Jahren in Queens ein waschechter Amerikaner. Und ein Unbekannter ist er keineswegs, sondern wurde bekannt als eine Hälfte des Duos Steely Dan, dass seit seiner Gründung Anfang der 70er-Jahre eine bewegte Karriere hinter sich hat. Mit der Veröffentlichung von Studioalben haben sich die Perfektionisten von Steely Dan immer schwer getan und so verwundert es nicht, dass „Circus Money“ erst das zweite Solo-Album von Becker, seit dem Debut „11 Tracks Of Whack“ (1994) ist. Von Steely Dan gab es zwischenzeitlich auch nur zwei neue Veröffentlichungen, davon aber immerhin das mit vier Grammys ausgezeichnete „Two Against Nature“.

Von „Circus Money“ kann man also ein Werk erhoffen, das einen jahrelangen Reifeprozess hinter sich hat und das – wenn man auf die musikalische Vita von Becker schaut, in der die Stile Funk, Rock, Pop, Reggae und natürlich Jazz immer wieder auftauchen – ein abwechslungsreiches (Meister-)Werk erwarten lässt. Und in der Tat waren bei der Produktion des Albums viele „Meister“ am Werk. Becker war am Mikro aktiv, spielte Bass und auf einigen Stücken Gitarre. Der Rest seiner Band sind erfahrene Musiker aus dem Steely Dan Umfeld. Musikalisch ist das Album insofern von hervorragender Qualität, wenn es doch nur das Versprechen abwechslungsreich halten würde.

Die Vorliebe Beckers zum Reggae – genauer zum Jamaican Dub – wird auf Dauer der ziemlich genau 60 Spielminuten etwas einseitig. Mit echtem Jazz fängt „Door Numer Two“ an, doch schon beim folgenden „Downtown Canon“ und „Bob Is Not Your Uncle Anymore“ sollte man die Pause zwischen den Songs nicht verpassen. Neben Jazz und Reggae findet sich auch Pop („Upside Looking Down“), aber kein wirklicher Rock auf dem Album, und der Funk bleibt in seinen Ansätzen („Circus Money“) etwas zu harmlos.

Vom musikalischen Einheitsbrei zu reden, wird dem Album allerdings nicht gerecht, erst recht nicht, wenn man die bittersüßen Texte betrachtet, die das Album richtig unterhaltsam machen. Etwas mehr von dieser Bissigkeit auf der allzu glatten musikalischen Seite … es wäre ein Meisterwerk geworden.

Anspieltipps:

  • Door Number Two
  • Bob Is Not Your Uncle Anymore
  • Circus Money

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