Gorgoroth - Destroyer/Incipit Satan - Cover
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Gorgoroth Destroyer/Incipit Satan


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 74 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Willkommen in der Welt einer der dienstältesten und verrücktesten Black-Metal-Bands der Welt. Seit 1994 steht der Name Gorgoroth für verstörende Musik und an dem Rande des Wahnsinns grenzende Texte. Dabei ist mittlerweile kein einziges Gründungsmitglied mehr vorhanden und auch sonst gab es wohl kein Album und keine Tour nach welchen sich das Besetzungskarussell nicht weiter drehte. Trotz allem muss man in der Hinsicht den Norwegern zu gute halten, dass sie immer ihrem Stil treu geblieben sind: schnelle Schlagzeugpassagen, meist einseitige Riffs und die schon erwähnten kranken Texte. Eigentlich erstaunlich, dass die derzeit dreiköpfige Band um Schlagzeuger Hellhammer (unter anderem schon für Dimmu Borgir unterwegs gewesen) noch keine Klagen wegen ihren Texten erhalten hat. Lediglich Sänger Gaal musste eine viermonatige Gefängnisstrafe verbüßen und Gitarrist Infernus (bis 2007 letztes verbliebenes Gründungsmitglied) musste sich wegen Entführung und Vergewaltigung vor Gericht verantworten. Das Klischee der brutalen norwegischen Bands wird durch Gorgoroth wirklich mehr als nur erfüllt.

Aber kommen wir zu diesem Album. Es handelt sich hierbei nicht um eine aktuelle Produktion, sondern um die Neuveröffentlichung der beiden Alben „Destroyer“ und „Incipit Satan“ auf einer CD. Interessant ist dies natürlich nur für diejenigen, welche beide Werke noch nicht ihr Eigen nennen können. Es wurden nämlich keine Änderungen an den Stücken vorgenommen und auch, was man der Plattenfirma durchaus zu Gute halten kann, keine Bonussongs drauf gepackt, was ja meist bei einer Neuveröffentlichung als Anreiz zum Kauf dienen soll. Wünschenswert wäre jedoch die Neumischung der ersten acht Songs vom Album „Destroyer“ gewesen, denn die Qualität dieser Titel ist nach heutigen Gesichtspunkten, von musikalischen Schwachpunkten mal angesehen, absolut inakzeptabel. Vergleichbar ist „Destroyer“ am Ehesten mit der guten alten Kassette, denn es fehlt sowohl an Höhen, als auch an klaren Tiefen. Ganz nebenbei ist das Album technisch gesehen langweilig, es existieren keine Übergänge zwischen den unterschiedlichen Rhythmen, auch Gitarrentechnisch gibt es kaum etwas Aufregendes zu berichten und textlich sind Gorgoroth eben Gorgoroth. Am Ehesten könnte man sich wohl noch mit „Open the gates“ abfinden, welches sogar eine Spur von Melodie und unterschiedlichen Tempi aufweist, trotz allem drückt der schlechte Sound auf den Gemütsnerv.

Ganz anders das zweite enthaltene Album „Incipit Satan“. Nach einem weiteren regen Besetzungswechsel wurde der Nachfolger von „Destroyer“ als Quintett eingespielt und kann sowohl produktionstechnisch als auch musikalisch weitaus mehr trumpfen. Endlich dominieren nicht mehr nur Fill-In-lose Schlagzeugaktionen und langweilige Gitarrenriffs den Klang. Man findet teilweise direkt Gefallen an diesen 8 Stücken. „Incipit Satan“ hämmert zwar zunächst los, befreit sich dann jedoch und öffnet sich als Midtempo-Stück mit durchaus ansehnlichen Riffs und guten Gesängen. Zu Gute kommt den Songs natürlich ohne Frage die wesentlich bessere Abmischung, wodurch ein wesentlich größerer Kontrast zwischen unterschiedlichen Parts erst erkennbar wird. „Unchain my heart“ ist ein weiterer in die Kategorie „guter Black Metal“ fallender Song, bei welchen ein weiteres Mal schnelle und langsame Passagen zu einem interessanten Stück Musik verschmelzen. Das Instrumentalstück „An excerpt of X“ jedoch ist schlicht und einfach langweilig, denn in knapp sechs Minuten passiert nichts wirklich Erwähnenswertes. Danach kann auch kein wirklich gutes Stück mehr gefunden werden.

Die beiden Alben „Destroyer“ und „Incipit Satan“ stehen definitiv genau für das, was man von Gorgoroth erwartet. Und das ist durchweg selbst für den geneigten Black-Metal-Hörer keine leicht zu genießende Kost, denn dafür sind die Titel einfach zu desorientiert und langweilig. Die Konsequenz kann also nur lauten: Finger weg und Geld besser für Bands wie Belphegor ausgeben!

Anspieltipps:

  • Open the gates
  • Unchain my heart

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