Whip - Blues For Losers - Cover
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Whip Blues For Losers


  • Label: DevilDuck Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Hinter Whip steckt Jason Merritt, Mastermind der exzellenten Art-Americana-Folk-Band Timesbold, deren drittes Werk „Ill Seen Ill Sung“ (2008) den vorläufigen Höhepunkt im Schaffen der Amerikaner darstellt. Dass Jason Merritt als Whip gleichfalls beim dritten Album angelangt ist, ist hierzulande mehr oder weniger untergegangen. Seine Alben „Song Song“ (2000) und „Atheist Love Songs To God“ (2003) waren nur als Importe zu erwerben, was zunächst auch für das vorliegende „Blues For Losers“ galt. Nun hat das kleine, aber immer geschmackssichere und ausgezeichnete Label DevilDuck Records dafür gesorgt, dass „Blues For Losers“ eine größere Zuhörerschaft erreichen kann.

Das Markenzeichen dieser Aufnahmen ist naturgemäß die außergewöhnliche und unverwechselbare Stimme Jason Merritts. Sie vibriert, tremoliert und zittert, gießt eimerweise Melancholie und Traurigkeit über den Zuhörer. Wie ein schwarzer Schleier legt sich die Intensität seiner Stimme in den Raum. Auch bei Live-Auftritten wird diese intensive Wehmut fast gegenständlich und greifbar. Zu tiefst berührend schleichen auch die Songs von „Blues For Losers“ ins Ohr. Noch mehr als bei den Timesbold Veröffentlichungen kommt Merritts Gesang zum Tragen, auch wenn hier wie bei „Ill Seen Ill Sung“ auf ungewöhnliches Instrumentarium zurückgegriffen wird. Dieses wird jedoch zurückgenommener eingesetzt und wurde von Whip hauptsächlich alleine eingespielt. Das Fundament des Albums reicht von Folk, Country bis zum Blues und wird von Merritt in hohe Singer/Songwriter-Kunst überführt. Die Songs folgen keinem einfachen Vers-Refrain-Schema, sind aber auf eigenwillige Art melodisch und man kann sie als Abbild wirklichen Lebens verstehen. Der Künstler selbst sagt: „Das wirkliche Leben sollte die Musik beeinflussen und nicht umgekehrt.“

Beeinflusst wurde Jason Merritt von einem Vogel, der ihn beim Songwriting störte. Eine Störung und Verstörung, die sich in „Blues For Losers“ wiederspiegelt. Immer wieder finden sich Motive wie ‚wings’, ‚crows’ oder ‚eagle’. Folgerichtig finden wir in „Warbler“ (dt. Singvogel) ein echtes Vogellied auf dem Album. Demnach kann der Beschreibung von Merritts Stimme noch hinzugefügt werden, dass sie einem Vogel gleich zu flattern weiß. Die Songs auf „Blues For Losers“ fliegen tief hinab in die Dunkelheit, direkt hinein ins melancholisch pochende Herz. Schwarzes Blut fließt, auch in den Bonus-Tracks, die das ursprüngliche Elf-Song-Album um ein Billy-Idol-Cover („White Wedding“) und ein Live-Stück („Wrecking Crew“) erweitern. Auch der Sommer hat dunkle Tage. Whip ist so selten und einmalig wie eine Sonnenfinsternis!

Anspieltipps:

  • No Reply
  • Warbler
  • Spare Angel
  • Who Sings
  • White Wedding

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