R.M.F. - Into - Cover
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R.M.F. Into


  • Label: Ministry Of Sound/EDEL
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem die Russen bei der Europameisterschaft gezeigt haben, dass sie mit den europäischen Spitzenkräften auf Augenhöhe sind, wollen sie es nun auch in der Popmusikbranche beweisen. Der am meisten Erfolg versprechende Auswurf der dortigen Musikbranche ist die Pop-Rock-Band „R.M.F.“. Die Formation, bestehend aus Sängerin und Keyboardspielerin Arina Popova, den Gitarristen Yury Poisik und Vladimir Rezunov, Drummer Vlad Rush und Songwriterin Anna Rychenkova, will fernab vom typischen russischen Sound sein und nimmt sich Skandinavien als Englandnachahmer zu Herzen. Die Band zieht also einen internationalen Sound vor und hat damit beste Aussichten auf einen Platz in den herzen der europäischen Charthörer. Aus Russland zu kommen, gibt ihnen trotz der Massenkompatibilität ihrer Musik einen Indie-Status, der sie zu Jedermanns Liebling machen könnte. So wie der Standard im großen Reich des Ostens (nein, nicht China) steigt, so ist es auch mit den Aufnahmen dieser CD. Die in Perfektion des Tons aufgenommenen Lieder wurden unter Aufsicht von Stuart Hawkes (unter anderem Prodigy, Muse) geschliffen, bis alles passte.

Gleich der das Album eröffnende Song „My Pride“ wird unter „Entdeckern“ der Band als ganz große Nummer angesehen. Die Band bezaubert mit luftig leichten Gitarren und traumwandlerischer Sicherheit entsteht eine kleine Indie-Pop-Perle, die besonders auf die wunderschön klare Stimme Arina Popovas zurückzuführen ist. Der Ausreißer des Albums kommt früh und ist auch die neu erschienene Single „Love Is Like A Flame“, welche sich durch den einfachen und einfach einprägsamen Reggae-Pop-Sound tatsächlich ins Ohr fräst und dort bleibt, wenn man nicht aufpasst. Nur ein weiterer Track bedient sich des Reggae-Elements und dieser Track „The Only Way“ macht genauso viel Spaß. Dass nicht noch mehr Songs dieser Sorte auf der LP vertreten sind, ist zu verschmerzen, da der Hintergrund nicht sehr variabel ist und man so zu großen Wiederholungen seiner selbst vorbeugt. Albumtechnisch ist es klug, dass die beiden Reggae-Songs so weit auseinander liegen.

Das wirkliche Herz dieser Band sind dann schließlich doch die internationalen Popsongs mit leichtem Rockeinschlag. Wo Keyboard und Akustikgitarre immer mal wieder von der E-Gitarre in Punkto Härte, aber auch Verträumtheit unterstützt werden und wenn es sich ergibt (und wenn man nur will, dann ergibt sich viel) unterstreichen Streicher streichelzart das Geschehen. Ist der Sound von R.M.F. auch ein gänzlich Anderer erkennt man am Aufbau schon, dass Coldplay mit ihren Stilmitteln genau die des Erfolg versprechenden Pops mit Bravour vorgemacht und umgesetzt haben. Aus einer Nische kommend, wollen die fünf Russen jetzt natürlich auch auf das große Geschäft zusteuern und hört man Songs wie eben den Opener „My Pride“, „When You Look At Her“, das mit viel Elektronik, Keyboardsounds und Streichern nach Höherem strebt, und „I Looked Into Your Eyes, welches schlichtweg Pop auf der Stirn stehen hat (metaphorisch gesprochen), einfach an. Dazwischen kriegt man treibende, rockige Intermezzi („One To Decide“, „Yesterday Is Gone“), die aber nie die verträumten Popwurzeln der Band verschwinden lassen.

Dass der Schlusstrack „Keep The Faith“ eine Symbiose aus Reggae und Pop (und einer Prise Rock) gleichkommt ist eigentlich nur folgerichtig. Die zwei Bonuslieder „I’m Going Away“ und „Leave It All Behind You“ zeigen noch mal die zwei Richtungen, die diese ambitionierte Band einschlagen kann. „I’M Going Away“ ist schnell auf den Punkt gebracht und macht Spaß, während Letzterer Song mehr mit der Stimme der Sängerin prahlen kann, als mit etwas Anderem. Es fehlt noch die Erfahrung, aber mit eben dieser darf man gespannt sein, ob und wie sich R.M.F. entwickeln werden.

Anspieltipps:

  • My Pride
  • Love Is Like A Flame
  • When You Look At Her

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