Tarot - Undead Indeed - Cover
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Tarot Undead Indeed


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 197 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Über mangelnde Auslastung kann sich der Nightwish-Bassist und Sänger Marco Hietala sicherlich nicht beklagen. Wenn er nicht gerade mit den Symphonic-Metal-Superstars Alben aufnimmt oder um die Welt tourt, nimmt er noch schnell mit seiner alten Band Tarot fleißig CDs auf und findet sogar noch Zeit, sie auf Konzerten zu promoten. In Deutschland scheinen Tarot erst mit dem jüngsten Album „Crows Fly Black“ ordentlich Aufwind zu bekommen, in Finnland zählt die Formation mit Marco Hietala am Gesang und dessen Bruder Zacharay an der Gitarre aber zu den echten Heavy-Metal-Urgesteinen. Fast ein Wunder, dass erst jetzt, fast 20 Jahre nach der Bandgründung, der erste DVD-Live-Mitschnitt zusammen mit einer leicht gekürzten Albumversion erscheint.

Im Zentrum der CD stehen erwartungsgemäß zu einem hohen Anteil die überwiegend recht düsteren Titel der aktuellen Scheibe. Das Material klingt Tarot-typisch nach einer durchaus gelungenen Mischung aus Oldschool-Heavy-Metal mit von Keyboards und Samples erzeugtem modernem Einschlag. Neben dem Titelstück „Crows Fly Black“ gehören wie schon auf dem Album die beiden Upbeat Songs „Ashes To The Stars“ und „You“, sowie die Ballade „Tides“ zu echten Höhepunkten. Die andere Hälfte der Spielzeit wird mit Klassikern aus der langen Bandgeschichte aufgefüllt. Nicht fehlen dabei dürfen natürlich „Pyre Of Gods“, „Angel Of Pain“ und „Undead Son“. Leider klingen die meisten Stücke den Studioversionen ziemlich ähnlich und der Gesang der beiden Frontmänner Marco Hietala und Tommi Salmela ist schon fast zu perfekt für eine Live-Aufnahme. Ein Schelm, der böses dabei dankt. Dass man es hierbei mit zwei absoluten Ausnahmesängern der finnischen Metalszene zu tun hat, bleibt aber unbestritten.

Die im Paket enthaltene DVD zeigt das gleiche Konzert noch einmal als Bilddokument. Dazu kommen einige etwas ältere Nummern, die es wohl aus Platzgründen nicht mehr auf die CD geschafft haben. Darunter befinden sich mit „Wings Of Darkness“ und „Warhead“ auch zwei Songs, die wohl mit zu den bekanntesten aus dem Tarot-Katalog gehören dürften. Bild und Ton gehen ebenfalls mehr als in Ordnung. Vor allem der 5.1 Sound kommt noch eine ganze Spur knalliger aus den Boxen, als bei der CD-Version. Auf besondere optische Spielereien verzichten Tarot bei ihrer sehr bodenständigen Performance, dafür gibt es aber zwei Stunden lang perfekten Heavy Metal der sympathischen Gruppe. Positiv fällt vor allem auch auf, dass die Schnitte nicht zu hektisch ausfallen und die Band von den Kameras meist in den entscheidenden Momenten eingefangen wird.

Es wäre Tarot durchaus zu wünschen, wenn es ihnen endlich gelingen würde, auch hierzulande aus dem Schatten von Marco Hietalas berühmter Hauptgruppe zu treten. Das richtige Material dafür haben sie für den anspruchsvollen Metal-Fan zweifellos am Start. „Undead Indeed“ könnte nun ein guter Moment sein, den neuen Fans auch das ältere Material vorzustellen.

Anspieltipps:

  • Crows Fly Black
  • Pyre Of Gods
  • You

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