Black Stone Cherry - Folklore And Superstition - Cover
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Black Stone Cherry Folklore And Superstition


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer will schon einen Doppelgänger von Nickelback oder Bon Jovi?

Die Südstaatenrocker Black Stone Cherry wollen im Rennen bleiben. Daher gibt es nach dem ungestümen Debüt (03/2007) schon 1½ Jahre später den durchaus willkommenen Nachfolger. Da aber bereits der Erstling mit einer beachtlich hohen Hitdichte und verspielten Arrangements aufwarten konnte, stört diese Veröffentlichungspolitik eher wenig solange das Ergebnis stimmt. Viel verändert hat sich allerdings nicht und Chris Robertson (Gesang, Gitarre), Ben Wells (Gitarre), John Lawhon (Bass) und Jon Fred Young (Schlagzeug) mühen sich redlich ab um nicht die Ideen des Vorgängers, eine knackige Southern Rock-Scheibe der Marke Lynyrd Skynyrd abzulegen, zu wiederholen. Diese Hürde umgehen die Vier aus Edmonton, Kentucky spielend mit einer variablen Mischung aus knackigem Rock, Country und im Vergleich zum Vorgänger einem höheren Balladenanteil, der die Truppe ein wenig in die Nähe von Bon Jovis letztem Output „Lost highway“ befördert, auch wenn Black Stone Cherry ansonsten wesentlich härter ans Werk gehen als die dauergrinsende Fönfrisur aus New Jersey.

Glücklicherweise stellt sich dieser Schritt in kommerziellere Bahnen keinesfalls als Schwachpunkt von „Folklore and superstition“ heraus, sondern sorgt für ein ausgewogenes Gleichgewicht auf der Platte. Zwar sind „Things my father said“, „Peace is free“ und “You” nicht gerade Ausgeburten von höchster Qualität, im Kontext funktionieren die Stücke aber tadellos, vor allem da die angewandte Sturm- und Drangattitüde des Erstlings dadurch etwas Auflockerung findet. Höhepunkte sind jedenfalls das melodiöse „Please come in“, die stapfenden Rhythmen eines „Reverend Wrinkle“ oder das rifflastige „The bitter end“, welches (wie auch der Rest der Platte) erst richtig laut seine vollständige Energie freisetzt. Ansonsten lassen sich Black Stone Cherry natürlich ebenfalls nicht lumpen und präsentieren mit „Soul creek“ eine Stadionrocknummer erster Güte, stimmen die Gitarren für eine bodenständigere Performance in „Long sleeves“ herunter, liefern mit „Sunrise“ einen leicht Reggae-infizierten Track vor oder bauen einen gewagten Break mit Maultrommel und atmosphärischem Country-Feeling in „The key“ ein.

Der Opener „Blind man“ und „Devil´s queen“ krachen dafür härter ins Gebälk ohne auf einen stimmigen Refrain zu verzichten und sorgen damit für einen hohen Wiedererkennungswert. Allgemein kann also gesagt werden, dass die vier Herrschaften eine souveräne Platte abgeliefert haben, die dem Debüt in nichts nachsteht, während das Songwriting sogar noch feiner und abgestimmter geworden ist. Trotzdem sind die musikalischen Veränderungen eher minimal ausgefallen und die Einbindung der drei Balladen kann trotz ihrer Wirkung für das komplette Album als negativer Aspekt für die Zukunft von Black Stone Cherry gewertet werden, denn: Wer will schon einen Doppelgänger von Nickelback oder Bon Jovi?

Anspieltipps:

  • Sunrise
  • The Bitter End
  • Please Come In
  • Reverend Wrinkle

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