The Prodigy - More Music For The Jilted Generation - Cover
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The Prodigy More Music For The Jilted Generation


  • Label: XL Recordings/Beggars
  • Laufzeit: 128 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine gelungene Erweiterung des 1994er-Outputs.

Bei Neuauflagen fest in der Musikgeschichte verankerter Alben ist es immer schwierig die richtige Mischung aus Modernität bei gleichzeitiger Konservierung der Originalaufnahme zu erreichen ohne das Klangbild klinisch wirken zu lassen. Handelt es sich dabei allerdings um eine fast vollständig am Computer entstandene Platte wie The Prodigys 1994er Output „Music for the jilted generation“, dann ist die Sachlage natürlich etwas anders. Gestattet man den Tracks ein differenziertes Soundspektrum oder werden sie lediglich mit mehr Durchschlagskraft versehen? Im Falle von „More music for the jilted generation“, die neben dem komplett aufpolierten Originalalbum noch eine zweite, 50minütige Bonusdisk enthält, wurde nicht nur der etwas dumpfe Klang mit klareren Höhen besänftigt, auch der Ausgangspegel schraubt sich einige Dezibel in die Höhe, sodass bei höherer Lautstärke ein gleichbleibendes Klangerlebnis erzielt werden kann ohne lästiges Brummen der Tiefen zu vernehmen.

Über einzelne Stücke wie „Their law“, „Poison“, „Voodoo people“, „No good (start the dance)“ oder dem wahnwitzigen Breakbeat/Trip Hop-Dreier “The narcotic suite” (“3Kilos”, “Skylined”, “Claustrophobic sting”) brauchen eigentlich keine erläuternden Bemerkungen gemacht werden, denn die Zielgruppe für eine Neuauflage dieser Platte liegt ohnehin bei den Hardcore-Fans und die kennen diese Tracks ohnehin im Schlaf bzw. wissen sie gebührend mit dem Kauf einer Remaster-Aufnahme zu schätzen, trotz einer (gemessen an den späteren Veröffentlichungen in diesem Sektor) gewissen Eintönigkeit und monotonen Struktur und ohne ein weiteres Mal vorgekaut zu bekommen wie wegweisend die Platte eigentlich war. Daher ist für The Prodigy-Novizen wohl eher die beigelegte Bonusdisk ein Kaufgrund, die neben mehreren alternativen Remixes, drei zusätzliche Tracks und eine Live-Aufnahme bietet.

Am interessantesten sind da vor allem die Radio 1 Maida Vale Session-Titel „Voodoo people“ und „Poison“ und der 2005 Live Edit von „Break & Enter“, die allesamt unter Beibehaltung der kennzeichnenden Samples umarrangiert und abwechslungsreicher gestaltet wurden. „Their law“ als Live-Mitschnitt vom belgischen Pukkelpop bietet zwar einen guten Vorgeschmack auf das, was einem bei einem The Prodigy-Auftritt erwartet, mit dem Gefühl mitten in der tobenden Menge zu den Breakbeats abzugehen, kann die Aufnahme (wie zu erwarten) jedoch nicht mithalten. Bei „Scienide“, „Goa“ und „Rat poison“ handelt es sich mehr oder weniger um Sample-Resteverwertungen aus den Stücken „Skylined“, „The heat“ und „Poison“, die allerdings keine neuen Facetten aufwerfen. Die Adrenalinschübe „No good (start the dance)“ im Bad For You Mix und „Voodoo people“ in der Hand der ehrwürdigen Dust Brothers sind ebenfalls nicht mehr als nett, für Remix-Fetischisten aber durchaus zu empfehlen. Somit ist „More music for the jilted generation“ wie schon dem Namen zu entnehmen eine gelungene Erweiterung des 1994er-Outputs, dürfte Prodigy-Unkundige oder –Verfechter aber kaum zu einem Kauf animieren.

Anspieltipps:

  • 3 Kilos
  • Voodoo People
  • Break & Enter (2005 Live Edit)
  • Voodoo People (Radio 1 Maida Vale Session)

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