Jaguar Love - Take Me To The Sea - Cover
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Jaguar Love Take Me To The Sea


  • Label: Matador/Beggars
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn Sie schon mal mit einem Musikbearbeitungsprogramm gearbeitet haben, kennen Sie sicher diesen Filter, den man benutzen kann um in erster Linie Stimmen so zu verzerren, dass sie Heliumartig verändert klingen, genau wie die Stimmen von den drei Chipmunks aus „Alvin and the Chipmunks“. Lange komplizierte Rede, kurzer Sinn: Jaguar Love. Sollte man die aus Seattle stammende Indie-Postcore-Band Jaguar Love zum ersten Mal hören, wird einem zunächst nichts anderes in den Sinn kommen. Fans der Szene ist Jaguar Love sicherlich bereits im Zusammenhang mit den „Blood Brothers“ ein Begriff. So bestehen die Jaguare aus Johnny Whitney und Cody Votolato von den ehemaligen Blutsbrüdern. Dazu holten sie sich noch J Clark ins Boot. Gegründet war die neue Band.

„Take Me To The Sea“ macht es einem nicht leicht. Zunächst brettern einem „Highways of Gold“ entgegen. Man versucht vergebens zwischen Gitarrenriff, einer Stimme die ihres Gleichen sucht, Keyboard, Schlagzeug und Bass die Orientierung zu behalten. Man braucht schon den kompletten ersten Song, um sich an Jaguar Love zu gewöhnen. Oder auch länger. Unverzüglich findet man sich auf einem Boot, auf einem völlig tobenden Ozean wieder, auf dem ein Orkan wirbelt. Von allen Seiten bekommt man Wasser ins Gesicht und kurzzeitig weiß man gar nicht mehr, wie einem geschieht. Hat man sich aber erst einmal auf den Sturm eingelassen, kann er ein kleines Wunder der Natur sein.

In der Folge fühlt man sicht oft etwas verloren in „Take Me To The Sea“. Zwar haben Jaguar Love ein unbestreitbar gutes Gefühl und Talent für ihre Riffs und ihre Melodien, jedoch verlieren sich viele der Songs im Laufe ihres Seins in einer Art Chaos. „Jaguar Pirates“ ist ein nahezu perfektes Beispiel. Ein grandioses Riff und perfekt darauf abgestimmte Vocals, machen einen sehr guten ersten Eindruck. Relativ bald ist es aber so weit dass man den Refrain nicht unbedingt zu einem Song dieser Art nachvollziehen kann. Da wirkt manches einfach Fehl am Platz. Verwirrt durch diesen Konflikt geht sowohl dem Hörer, als auch Jaguar Love selbst, im Laufe eines Songs der Fluss verloren. Ziemlich Schade, denn gerade wenn man sich auf Mr.Whitneys Gesangsorgan eingelassen hat, mag Jaguar Love durchaus zu gefallen.

„Georgia“ folgt, als einer der schwächeren Songs, eher gelangweilt mit Lines wie „Oh Georgia can you feel my heart explode?“. Eigentlich hat Jaguar Love das gar nicht nötig. Direkt darauf folgt mit „Vagabond Ballroom“ der direkte Beweis. Ähnlich wie „Jaguar Pirates“ bestückt mit genialen Riffs, geht Whitney stimmlich weiterhin an die Obergrenze, sowohl bei sich selbst, als auch beim Hörer. Dementsprechend hält Jaguar Love ziemlich konstant das Niveau. Highlights sind aber wenige vorhanden, „Take Me To The Sea“ überzeugt mehr durch geschlossenes Auftreten, als durch einzelne Goldperlen. „The Man with the Plastic Sun“ rockt gegen Ende noch mal richtig, bevor mit „My Organ Sounds Like…“ in direkter Abfolge wieder bewiesen wird, wieso man zu kämpfen haben wird mit Whitneys Stimme. Aber eine Bootsfahrt auf einer stürmischen See, war ja noch nie ein Spaziergang.

Anspieltipps:

  • Highways Of Gold
  • Jaguar Pirates
  • The Man with the Plastic Suns

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