Backyard Babies - Backyard Babies - Cover
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Backyard Babies Backyard Babies


  • Label: Billion Dollar Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Selbst dafür, dass dieses Album als Sicherheitsnummer anzusehen ist, ist es doch in einem Maße gelungen, dass sich sehen lassen kann.

Nach geteilten Meinungen über das letzte Output der Backyard Babies haben wohl auch diese über ihren Stil nachgegrübelt, denn warum sonst sagt eine Band von sich, dass sie wieder mehr back to the Roots gehen. Der Stil, der sie unter ihren Fans so beliebt machte, genau den wollen Nicke Borg (Gesang, Gitarre), Dregen (Gitarre), Johan Blomquist (Bass) und Peder Carlsson (Schlagzeug) wieder auferstehen lassen. Um den Anspruch der wiederholten Selbstfindung auf die Spitze zu treiben wird das Album dann schlicht nach der Band benannt. „Das sind die Backyard Babies!“, brüllt das Album möglichst rockig und cool dem Käufer und Hörer in spe entgegen.

Tatsächlich entfacht das Album vom ersten Moment an das Gefühl einer Platte, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Das heißt auf der einen Seite, dass nicht mit Experimenten zu rechnen ist, sondern sich eher an ein Rezept gehalten wurde, aber auch, dass die Band sich auf eine Richtung konzentriert und ihre Stärken fokussieren kann. Das rotzige „Fuck Off And Die“ hat nebst typischen Rocktitel, einen Gesang, der sich von den meisten Rockbands des heutigen Mainstreams distanziert und sich an kraftvolle, kratzige Gesangsorgien der 90er orientiert. Das geht auch in „Degenerated“ munter so weiter. Treibend und „straight“ und unerbittlich jagt der Ohrwurmriff der Gitarre einen durch den Song. Das ist furchtbar eingängig, aber auch mit so einer Überzeugung gespielt, dass man es mögen muss. Da wirkt „Come Undone“ beinahe ein wenig deplatziert, das in Form einer Teenierockhymne daherkommt und damit man es schnell hinter sich hat, kommt mit „Drool“ gleich noch ein Stück dieser Sorte. Allerdings bekommt „Drool“ dann eine Kurve, aber nicht die Kurve. Das Lied verliert sich doch zu sehr zwischen Teenie-Rock und einer etwas zu übertriebenen Huldigung des 90er-Jahre-Rocks.

Mit „Abandon“ schleicht sich die erste Rockballade auf das Album, die bedächtig daherkommt. Gitarrenakkorde, die (ohne Witz) von James Blunt kommen könnten und erst Nickes Stimme holt einen zurück auf den Planeten Backyard Babies. Wie sich das für die Band gehört, wird das Tempo natürlich rechtzeitig erhöht und wie der Anfang schon vermuten ließ, lässt sich im Folgenden eine solide, aber nicht überraschende Ballade hören. Für die Abwechslung ist es in Ordnung, aber jetzt wünscht man sich langsam wieder einen Rocker wie „Degenerated“. Dieser Wunsch wird sogleich erhört und es folgt eine kleine Serie an reinen Rockern, die lediglich an Verschiedenheit etwas zu wünschen lassen. Mit „Nomadic“ kommt dann der wohl der Rocker für die Massen. Schnell, aber eines der melodischsten Lieder auf dem Album, welches für Bewegung der Fans auf Konzerten garantiert. „Back On The Juice“ orientiert sich an diesem Stil, bevor noch eine Teeniehymne, das fast an „My Chemical Romance“ Stücke erinnert, daherkommt. „Zoe Is A Weirdo“ ist dann noch mal ein toller Rocker, der Spaß macht und die nötige Härte des Auftakts des Albums widerspiegelt. Hier wird die Beste Mischung aus Melodie und Rock geschaffen. Diesmal leidet das Hard im Rock nicht und trotzdem dürften sich jung und alt erfreuen.

Ah ja, da war doch was mit Rezept? „Saved By The Bell“ ist der eindeutige Beweis, dass Jacob Hellner (Rammstein, Apocalyptica etc.) den Wünschen der band nachkam und half ein von vorn bis hinten durchdachtes Album mit doppeltem Boden zu schaffen. Die ruhige Rockballade ist der versöhnende Abschluss für all jene, die sich über das letzte Album geärgert haben. Also Feuerzeuge raus und Frieden schließen. Denn selbst dafür, dass dieses Album als Sicherheitsnummer anzusehen ist, ist es doch in einem Maße gelungen, dass sich sehen lassen kann. „Jetzt von der neuen „Total 13“ zu sprechen glaubt eh keiner“, heißt es in der Promotion und das wäre dann auch ein wenig zu viel des guten ack to the Roots gewesen.

Anspieltipps:

  • Degenerated
  • Abandon
  • Zoe Is A Weirdo

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