Eaten By Sheiks - Bold - Cover
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Eaten By Sheiks Bold


  • Label: Artist Station/SOULFOOD
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Indie-Rock-Deutschland hat in den vergangenen zehn Jahren jede Menge Bands hervorgebracht, die richtig gut sind bzw. waren, denen nur Nuancen fehl(t)en, um den großen Durchbruch zu packen. Bands wie Erdmöbel, Die Sterne, Miles, Slut, Vivid und Eaten By Sheiks. Letztere starten mit „Bold“ den nächsten Versuch, sich aus dem Independent-Hamsterrad zu befreien, in dem sie sich seit ihrer Gründung im Jahr 1995 befinden.

Angeblich wurde Eaten By Sheiks vor langer Zeit ein Majorvertrag angeboten, den sie ausgeschlagen haben. Sie werden ihre Gründe gehabt haben. Derweil hat die Band ihr eigenes Label Ragaprong am Start und mit ihrem neuen Studioalbum ist sie unter den Fittichen von Artist Station Records in Hannover gelandet. Dies ist eine Plattenfirma, die es seinen Künstlern erlaubt, ihre Karrieren selbst zu planen, bestimmen und entwickeln. Zu der immer größer werdenden ASR-Familie gehören inzwischen Acts wie Eat No Fish, P:lot, Slave, Die Schröders, Boppin‘ B, Nikki Puppet und iO – ein weiteres Nachfolgeprojekt der Guano Apes.

Ihre Zelte haben Ricardo Cortez (Gesang, Gitarre), Jürgen Ufer (Gitarre, inzwischen ersetzt durch Carl Albrecht), Gomez (Bass, Piano) und Helge Warnecke (Drums) nach Hamburg verlegt, wo „Bold“ eingespielt und von Gregor Henning (Trashmonkeys, The Robocop Kraus) authentisch produziert wurde. Die zehn Songs zeigen, dass Eaten By Sheiks kompositorisch und mit ihren Instrumenten viel können, aber auch sehr viel auf einmal wollen. Sie verbinden raue Gitarrenriffs aus der Rock’n’Roll-Garage der 70er Jahre mit frischen Melodien gegenwärtiger BritPop-Epigonen („Your eyes“, „4-xtra“, „I feel bold“, „Touched“). Das klingt unverbraucht und äußerst kurzweilig.

Leider können Eaten By Sheiks das erfreulich hohe Niveau nicht über die Länge des gesamten Albums halten. Sobald ihre Songs auf die 5-Minuten-Marke zusteuern oder diese übertreffen, wirken sie ausgefranst („What you seed“) bzw. mit Ideen überladen und nicht mehr so zwingend wie am Anfang der Platte („Why don‘t you?“, „My green is a shame“). Einen gewissen Reiz können aber auch jene Songs nicht verbergen, so dass „Bold“ am Ende zwar nicht mit Hits wuchern, aber mit Charme glänzen kann. Gleichwohl: Etwas Luft nach oben gilt es freilich noch zu überbrücken.

Anspieltipps:

  • 4-xtra
  • Touched
  • Your eyes
  • I feel bold
  • Can’t beat them

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