Haggard - Tales Of Ithiria - Cover
Große Ansicht

Haggard Tales Of Ithiria


  • Label: Drakkar/SonyBMG
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die deutsche Klassik-Metal-Institution Haggard macht es der Anhängerschaft mit ihrem neuesten Werk nicht gerade einfach. Nicht nur, dass erstmals vom bewährten Konzept abgewichen wird (keine historische Persönlichkeit soll im Mittelpunkt des neuen Album stehen, dafür eine Fantasy-Geschichte über den Kampf von Gut und Böse), nein „Tales Of Ithiria“ erscheint auch noch mit einem guten Jahr Verspätung. Ein Blick auf die Trackliste macht den ersten Eindruck nicht gerade angenehmer: gerade einmal 11 Titel haben ihren Weg auf das endgültige Werk geschafft, vier davon haben eine Spieldauer von unter zwei Minuten.

Dennoch hat man beim Hören des ersten Titels das Gefühl, dass Haggard mal wieder alles richtig gemacht haben: „The Origin“ ist ein schönes Erzähl-Intro mit großartiger Hintergrundmusik des Metal-Orchesters (neben Gitarren, Bass und Schlagzeug gehören auch diverse Streichinstrumente zur dauerhaften Besetzung der Band). Der darauf folgende Titelsong „Tales Of Ithiria“ ist sogar für Haggard-Verhältnisse unglaublich Komplex und hat neben eingängigen Orchestermelodien, Soprangesängen und den Growls von Bandchef Asis Nasserie alle Kennzeichen einer typischen Haggard-Nummer. Doch ehe man sich Versieht ist man bereits bei Song vier angelangt, denn an dritter Stelle folgt erst einmal ein weiteres Intro. Und hier beginnt sich der anfänglich durchaus positive Eindruck des Albums etwas abzuschwächen: tatsächlich befinden sich lediglich sechs „richtige“ Songs auf diesem Werk, die mit einigen Intros zusammen gehalten werden. Eine solche Herangehensweise mag typisch für Konzeptalben sein und wurde bereits in der Vergangenheit durchaus erfolgreich auch von Haggard angewandt. Allerdings täuscht dies nicht darüber hinweg, dass sich unter den sechs kompletten Songs auch noch eine eher überflüssige Coverversion von „Hijo De La Luna“ befindet und man hin und wieder glaubt in den anderen Titeln einzelne Versatzstücke aus früheren Haggard-Kompositionen heraus zu hören. Erschwerend für den ersten Höreindruck kommt hinzu, dass die neuen Songs insgesamt gesehen etwas sperrig wirken und wirkliche Ohrwurmmomente spärlich gesät sind.

Dennoch bleibt Haggards Ausnahmestellung in der deutschen Metal-Szene unangetastet. Nach wie vor ist die sinnvolle Verbindung von Metal- Klassik- und Mittelalterelementen noch kaum einer anderen Band so konsequent gelungen und komplexes Material wie „Upon Fallen Autumn Leaves“ und „The Hidden Sign“ lassen keinen Zweifel an Asis Nasserie’s Songschreiberqualitäten. Dies reicht aber nicht, um das lang erwartete „Tales Of Ithiria“ zu einem Kauftipp zu machen. Die wenigen echten Songs hätten eher Material für eine EP abgegeben und auch die teilweise fast schon an Manowar’s umstrittene „Gods Of War“Scheibe erinnernden Erzählpassagen tragen nicht positiv zum Gesamteindruck bei. Vielleicht hätte ein weiteres Jahr Arbeit „Tales Of Ithiria“ gut getan.

Anspieltipps:

  • The Origin
  • Tales Of Ithiria
  • The Hidden Sign
Neue Kritiken im Genre „Heavy Metal“
8/10

The Rise Of Chaos
  • 2017    
8/10

Monuments
  • 2017    
7/10

Emperor Of Sand
  • 2017    
Diskutiere über „Haggard“
comments powered by Disqus