Mauracher - Loving Custodians - Cover
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Mauracher Loving Custodians


  • Label: Fabrique Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Tiroler Musiker und Elektro-Produzent Hubert Mauracher (32) präsentiert nach „29 Degrees” (10/2003) und „Kissing My Grandma“ (10/2005) mit „Loving Custodians“ das mittlerweile dritte Album seiner Band Mauracher, bestehend aus Maja Racki (Gesang), Martin Weismayr (Bass), Daniel Grailach (Gitarre) und Sasa Nikolic (Drums).

Was auf den ersten Werken stilistisch Maurachers Elektro-Leidenschaft geschuldet war, hat auf dem dritten Streich merklich abgenommen. Zusammen mit dem deutschen Produzenten Mario Thaler (Slut, The Notwist, Fertig, Los!, Console) schuf der Wahl-Wiener zusammen mit seiner Band ein (Überraschung!) beinahe reinrassiges Alternative-Rock-Album, mit einem Dutzend Songs, die sich fast alle um die Auszeichnung „schönste Melodie der Platte“ balgen.

Bei dieser Qualität der Songs ist es kein Wunder, dass „Loving Custodians“ über den Vertrieb eines Majorlabels (Universal) in die Läden kommt. Denn was hier zu hören ist, hat Potenzial sowohl in der Indieszene als auch in den Charts. Dazu ist es noch nicht mal zwingend notwendig, dass sich das Album dem Hörer sofort in seiner Gänze erschließt. Mag man sich beim ersten Hören noch die eine oder andere Perle einzeln herauspicken, wachsen die Songs von mal zu mal weiter zusammen, bis sie ein stimmiges Gesamtbild mit wechselnden Farben aus Moll- und Dur-Klängen ergeben.

Da werden düstere Klangbilder von heftigen Gitarreneruptionen aufgebrochen („Breath it in“), gefolgt von euphorischen Hymnen („Rosary girls“, „Anytime“, „Wall clock“) und niedlichen Pop-Rock-Singalongs („The duck killed the bee“). Und weil das nicht genug ist, streifen die Österreicher sogar dezent die Sonic-Youth-Ecke („Butcher boy“), freilich ohne so schräg zu klingen wie die New Yorker Noise-Heroes – dafür sorgen allein schon die eingängigen Refrains, die auch mal an einen Kinderchor erinnern, und der charmante Dialekt von Sängerin Maja Racki. Zusammen mit den wenigen Resten aus Maurachers Elektro-Vergangenheit ergibt dies ein bemerkenswertes Album, das keinerlei Ausfälle zu verzeichnen hat und nur aus (Indie-)Hits zu bestehen scheint.

Anspieltipps:

  • Lost
  • Anytime
  • Nostalgia
  • Butcher boy
  • Free the dogs
  • The duck killed the bee

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