Substyle - Walk The Dino - Cover
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Substyle Walk The Dino


  • Label: Fire! Fire! Fire!/ALIVE
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Sechs Jahre sind inzwischen vergangen, seit die nordrhein-westfälische Crossover-Band Substyle nach ihrem Majoralbum „Out To Lunch“ (08/2002) für Motor Music (Universal) in den üblichen Umstrukturierungsstrudel der Plattenindustrie geriet und von der Bildfläche verschwand. Ein bereits fertig eingespieltes Studioalbum erblickte nicht mehr das Licht der Welt.

Zwar lag die Band erst seit 2005 offiziell auf Eis, aber in der öffentlichen Wahrnehmung fand die ehemals hoffnungsvolle Nachwuchsgruppe, die zusammen mit Die Happy, Emil Bulls, Sub7even, In Extremo und Motörhead tourte, schon früher nicht mehr statt. Dabei ging fast unter, dass Bandmitglied Tobias Schellin an Krebs erkrankte und ihm der rechte Arm amputiert werden musste.

Nachdem die Band im Mai 2006 wiederbelebt wurde, begannen im vergangen Jahr die Arbeiten am dritten Album „Walk The Dino“. Das Sextett – Guido Böckem (Gesang), Heiwi Esser (Gitarre), David Kremers (Bass), David Schlax (Gitarre), Tobias Schellin (Programming) und Hendrik Hoinkis (Drums) – spielte für sein Comeback ein Dutzend Songs ein, darunter mit „A fistful of dollars” (im Original von Ennio Morricone, verbastelt in dem albernen Doppel-Intro „The devil & The saint“/„Fistful of nothing“), „Paint it black” (The Rolling Stones, eigentlich eine ausgelutschte Nummer, hier aber mit einer genauso derben wie schönen Punkrock-Attitüde vorgetragen) und „Tausend Jahre sind ein Tag” (Udo Jürgens, überflüssig und unpassend) drei Coverversionen.

Doch Obacht! Diese eigenartige Mischung fremder Lieder soll den geneigten Leser bitte nicht auf eine falsche Fährte locken. Denn „Walk The Dino“ ist ein vielschichtiges Rockalbum geworden, das an einigen Stellen vom genialen Wahnsinn der vermutlich aufgelösten System Of A Down inspiriert wurde („Otherwise”, „Yellow cake“) und die Balance zwischen optimistischer und düsterer Musik sehr gut hinbekommt.

In der Presseinfo steht, man möge das Album möglichst laut abspielen. Das kann nur bestätigt werden. Denn zum einen ist die Abmischung leider ungewöhnlich leise ausgefallen und zum anderen benötigen die kraftvollen Songs entsprechenden Druck, um ihre ganze Power entfalten zu können. Dennoch wird die Rückkehr für Substyle nicht einfach, weil vermutlich immer die Frage im Raum stehen wird, was eine bei einem Major gescheiterte Crossover-Band sechs Jahren nach ihrem letzten Album heute noch reißen will. Die Antwort hört man auf „Walk The Dino“. Und sie macht Sinn!

Anspieltipps:

  • Bleak
  • Antidote
  • Yellow cake
  • Paint it black

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