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Tracedawn Tracedawn


  • Label: Drakkar/SonyBMG
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Tracedawn ist ein junges Heavy-Metal-Sextett aus Finnland. Dort, im Hohen Norden, werden die Charts nicht selten von den härtesten Kapellen angeführt und auch schon mal zum Eurovision Song Contest (früher bekannt als Schlager Grand Prix) geschickt. Eine derart fruchtbare Konstellation führt natürlich dazu, dass sich der Metal-Nachwuchs in Finnland besonders gut entwickelt und eine Melodic-Death-Metal-Band wie eben jene prächtig gedeihen lässt, deren Durchschnittsalter noch unter der Volljährigkeitsgrenze liegt. Und so ist es auch kein Wunder, dass die technischen Fähigkeiten von Antti Lappalainen (Gesang), Tuomas Yli-Jaskari (Gitarre), Jeremy Qvick (Gitarre), Henkka Vahtere (Bass), Vili Itäpelto (Keyboards) und Perttu Kurttila (Schlagzeug) über jeden Zweifel erhaben sind und ihr acht Songs umfassendes, selbstbetiteltes Debütalbum einen durch und durch starken Eindruck hinterlässt.

„Tracedawn“ wurde von Thunderstone-Gitarrist Nino Laurenne (Michelle Darkness ,Stratovarious, Children Of Bodom) produziert und lässt trotz des noch sehr jungen Alters der Protagonisten keine Eigenständigkeit vermissen. Natürlich kommt einem hier und da ein Riff oder ein Melodiebogen etwas bekannt vor, doch Dèjá-Vus dieser Art halten sich in Grenzen. Ansonsten werfen die Finnen alles in die Waagschale, was ein gutes Metal-Album ausmacht. Mit druckvollem Sound im Rücken – gemischt wurde von Mikko Karmila (u.a. Nightwish, Amorphis) – legen Tracedawn schon mit dem Opener „Without walls“ furios los und überzeugen mit einer Mischung aus klarem Gesang und bitterbösen Death Growls. Allen Instrumenten wird genügend Freiraum zugestanden, so dass eine Spielzeit von fünf Minuten pro Song die Regel ist. Langweilig wird es dabei nie, denn die Kompositionen sind bis ins Details ausgefeilt und mit jeder Menge Ideen bestückt, ohne eine neue Schublade mit dem angsteinflößenden Titel „Melodic Prog Death Metal” aufmachen zu wollen.

Es müssen nicht immer gestandene Recken sein, die für überdurchschnittliche Alben in einem ziemlich überlaufenem Genre sorgen. Mit Tracedawn steht eine Nachwuchsband in den Startlöchern, die zwar erst eine vier Songs starke EP und dieses Album vorlegen kann, aber darauf beweist, dass sie jede Menge Potenzial besitzt, um die Szene in den nächsten Jahren gehörig durcheinander zu wirbeln. Wenn man sich zudem überlegt, mit welch grottenschlechten Debütalben manche Bands auf die Öffentlichkeit losgelassen werden, ist dieses Werk gar nicht hoch genug einzuschätzen.

Anspieltipps:

  • Test of faith
  • Fallen leaves
  • Without walls
  • Path of reality

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