Nervous Nellie - Ego And The ID - Cover
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Nervous Nellie Ego And The ID


  • Label: Hazelwood/INDIGO
  • Laufzeit: 38 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Es erscheint seltsam, dass die schwedische Band Nervous Nellie ihr zweites Album in Österreich, der Schweiz und Deutschland veröffentlicht, aber nicht in Schweden. Bisher fand sich kein Vertriebslabel dafür, was durchaus am Überangebot an schwedischen Rock- und Popgruppen liegen könnte.

Die erste CD „Don't think feel“ erschien 2005 beim Punklabel Go Kart Records und hatte ziemlich energiesprühenden Garagenrock im Gepäck. Die deutsche Plattenfirma Hazelwood Records verpflichtete die Schweden nun bzw. die Band suchte eine Label, das zu ihrer geänderten musikalischen Ausrichtung passte. Das neue Werk wurde mit neuer Besetzung eingespielt: Die beiden Brüder Henrik (Gesang, Gitarre, Banjo) und Magnus Johnson (Gesang, Gitarre, Piano) arbeiten nun mit den Brüdern Andreas (Drums, Percussion, Backgroundgesang) und Sebastian Johansson (Bass, Akkordeon) zusammen, da Bassist Manne Westerlund die Band wegen neuer Projekte friedlich verließ.

Um es vorwegzunehmen: Es lohnt sich, diesen beiden schwedischen Familien zu lauschen. Im Gegensatz zum Debüt geht es einiges ruhiger zur Sache, dem gepflegtem Country-Folk-Pop mit leichten Rockanteilen wird gefrönt und diese Songs lassen Sonne in das Hörerherz scheinen. Der mehrstimmige Gesang ist ihr Markenzeichen geblieben und die feinen Melodien der Schweden verzaubern schnell und nachhaltig. „Since I“ taugt auch für die Radiorotation und stellt ein gutes Beispiel für den geänderten Stil der Band dar. Eine eingängige Melodie wird mit mehrstimmigem Gesang und sanft geradeaus rockenden Gitarren hörenswert begleitet und wer solche Songs komponieren kann wie Henrik Johnson braucht sich wirklich nicht zu verstecken.

Vergleiche mit den Landsmännern von Shout Out Louds wurden schon oft gezogen, aber Nervous Nellie geben eine gute Portion Countryfeeling dazu und besitzen schon einen eigenen Stil. Man kann diesen Longplayer locker am Stück hören und es fällt kein Song qualitativ ab. Die elf Tracks begeistern also und einziger leichter Kritikpunkt könnte höchstens die ab und an etwas zu sanfte Ausrichtung sein, die recht konsequent durchgezogen wird, aber musikalisch setzen Johnson und Johansson mit beneidenswerter Leichtigkeit Bestmarken in Sachen Songstruktur und Melodieführung.

Für Songs wie „Gold Mine“ mit seiner verträumten Melodie würden andere Bands sehr viel geben, um sie komponieren zu können und Nervous Nellie setzen diesen Höhepunkt schon bei der zweiten CD: Allein das sanft eingespielte Akkordeon im Refrain lässt einen hoffen, dass Nervous Nellie noch lange Musik machen und weiter derartige sehr empfehlenswerte Platten produzieren.

Anspieltipps:

  • June
  • Since I
  • Gold Mine
  • So Feel Good

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