ANA - Slowly Sinking Deeper - Cover
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ANA Slowly Sinking Deeper


  • Label: Rebel Recordings
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Als Punkband möchten die fünf Hamburger der Band „Ana“ gesehen werden und es sei gleich vorneweg gesagt: Das kann man so stehen lassen. Wie viele Bands versprechen sie außergewöhnlich viel Melodie für Punkrock und da entsteht schnell die Gefahr wie Fall Out Boy und Konsorten zu klingen, aber vielleicht will man das ja sogar. Obwohl die Band seit 2000 besteht, ist dies die erste richtige Veröffentlichung von „Ana“. Dass sich in diesem Zeitraum der Musikstil verändern kann, wird teilweise auf dem Album deutlich, welches wohl als „Best Of“ der Gruppe gesehen werden kann.

Von der ersten Minute ist klar, dass „Ana“ nicht vertrackte Songs, sondern eingängige Rocker machen wollen. Die ersten vier Songs bieten dann auch Punk-Rock der guten Sorte „Wertarbeit made in germany“. Allein die Stimme des Sängers erinnert in manch Passagen an diverse Sänger, die eher im Skater- und Emo-Rock daheim sind. Ab „Down“ tritt ein kleiner Bruch in „Slowly Sinking Deeper“. Die Lieder bleiben weiterhin kraftvoll, aber die Melodien und auch der Gesang werden weicher, weniger kantig und entfernen sich vom rotzigen Punk, dem doch die ein oder andere Minute der ersten Songs zugeschrieben war. Das ist für die einen schlecht, für die anderen ist es belebend. Denn auch wenn die Songs jetzt eine gewisse Konsequenz vermissen lassen, graben sich Songs wie „Billy“ und „Radio Graveyard“ viel leichter in die Gehörgänge. Die Melodien sind leichter erkennbar und es lässt sich ein wenig das System „Billy Talent“ entdecken. Tracks wie „Crash“ reißen das Ruder aber immer wieder herum und zeigen, dass die Einfallslosigkeit nicht Überhand nimmt. Dem Punkrock wurde allerdings längst Ade gesagt.

Auch Herzschmerzrocker dürfen nicht fehlen und da kommt „Strawberry Battlefields Forever“ gerade richtig. Diese Hürde nehmen die Jungs mit Bravour und die Pause tut dem Album für einen Neuanfang gut. „Bus Stop To Rooftop“ reiht sich aber an den Mittelteil an und erst „Dead Sun“ wirkt wieder eigenständiger. Der Track wirkt frisch und weist ein weiteres Mal darauf hin, dass die ersten Songs des Albums nur den Beginn der Band beschreiben und der melodiösere und leichter zugängliche (Groß-)Teil des Albums das wahre Gesicht von „Ana“ ist. Gerade zum Ende der Platte können die Jungs mit guten Melodien aufwarten. Die Lieder wirken untereinander unterschiedlicher und überzeugen jetzt auf ganzer Linie. Ob man jetzt ein Fan von Sänger Andrés Stimme ist, ist dann das einzige kritische Moment, das bleibt.

Vergibt man den soliden Ex-Punks aus Hamburg, dass sie der Bandhistorie zu Liebe die ersten vier Songs auf das Album gepackt haben, hat man es mit teils etwas eintönigen, aber gerade gegen Ende melodiösen, und qualitativ guten deutschen Rock zu tun. Was den Hamburgern jetzt noch fehlt ist der große Hit, denn noch will sich kein Song als Massenauditoriumsmagnet outen.

Anspieltipps:

  • Billy
  • Holiday
  • Strawberry Battlefields Forever
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