Whitechapel - This Is Exile - Cover
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Whitechapel This Is Exile


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Kurz, prägnant und so richtig in die Fresse knallten Whitechapel mit ihrem halbstündigem Debüt „The somatic defilement“ im September 2007. Mit ihrem Wechsel zu Metal Blade Records dürfte jetzt allerdings nicht nur ein größeres Kapitel in ihrer Bandgeschichte aufgeschlagen worden sein, sondern auch der Tatendrang neue Dimensionen angenommen haben, landet schließlich zehn Monate später schon die nächste Langrille namens „This is exile“ in den Plattenläden. Darauf gibt es wieder alles, was von einer Band, die neben Death Metal auch Grind und Hardcore in ihre Musik einzubinden weiß, soll heißen wuchtigen Sound, nervöse Breaks und eine amtliche Produktion, welche mit voll aufgedrehter Anlage jeden Häuserblock in Schutt und Asche legen sollte.

Die Idee mit Ben Savage, Ales Wade und Zach Householder erneut auf drei Gitarristen zu setzen, erweist sich natürlich als coole Idee, ist wie z.B. bei Slipknot mit neun Gumminasen aber kaum der Rede wert, bekommen andere Bands denselben Druck schließlich auch mit ein oder zwei Saitenzupfern hin. Doch genug gemeckert: „This is exile“ bedeutet neun Songs bzw. 33 Minuten lang zu Hause einem brodelnden Moshpit mit exzessiver Headbang-Garantie beizuwohnen, der mit progressiver Struktur, bitter-bösen Growls und walzenden Groove-Parts für jeden Todesblei-Fan eine definitive Abreibung darstellt. Das halbgare Instrumental „Of legions“ und die überlange Riffwand „Messiahbolical“ (fast 7 ½ Minuten) dürfen getrost übersprungen werden, da sie nicht nur den Spannungsbogen mit Unentschlossenheit und Langeweile zerstören, sondern auch überhaupt nicht zum restlichen, knallhart und intelligent agierenden Gebolze passen.

Ansonsten kotzt Frontsau Phil Bozeman den Text zwar gelegentlich in etwas zu tiefen gutturalen Bereichen aus sich heraus, dafür drischt Drummer Keven Lane in herrlicher Kompromisslosigkeit auf seine Doublebass, sodass Basser Gabe Crisp nicht mehr tun muss als seinen Bandkollegen mit dem nötigen Nachdruck zu unterstützen. Trotz hoher Schlagzahl und hyperaktiven Passagen verlieren Whitechapel außerdem nie die brachial nach vorne bretternden Ideen hinter den Songs an sich und fahren wie ihre ähnlich klingenden Label-Kollegen The Black Dahlia Murder, Job For A Cowboy oder The Rotted mächtig ins Gebälk. Die eine oder andere Parallele zu Kataklysm, die schon auf dem Debüt angedeutet wurde, hat der Scheibe ebenfalls nicht geschadet und macht sie zu einer Veröffentlichung, an die man ihm Juni als Freund extremer Metal-Bands nicht vorbeikommt.

Anspieltipps:

  • Exalt
  • Possession
  • Eternal Refuge

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