Soundtrack - Star Wars: The Clone Wars - Cover
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Soundtrack Star Wars: The Clone Wars


  • Label: Classical/SonyBMG
  • Laufzeit: 67 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Der vollständig in 3D-animierte Streifen „The Clone Wars“ schlägt ein neues Kapitel im Star Wars-Imperium auf. Noch bevor aus Anakin Skywalker Darth Vader wurde und die Sturmtruppen „Order 66“ erhalten haben, erklärt der Kinofilm die dramatischen Geschehnisse zwischen „Episode II: Angriff der Klonkrieger“ und „Episode III: Die Rache der Sith“, die den Niedergang des ersten galaktischen Imperiums zur Folge haben. Neben einem Wiedersehen mit alten Bekannten wie Anakin Skywalker, Obi-Wan Kenobi, Yoda, Padmé Amidala, Mace Windu und den Protokolldruiden C-3PO sowie R2-D2 werden auch (für den Star Wars-Laien) neue Charaktere wie Ashoka Tano oder Asajj Ventress näher vorgestellt und in die effektvoll in Szene gebrachte Handlung eingebunden.

Da ein neuer Streifen des größten Filmfranchises der Welt nicht ohne tatkräftige musikalische Unterstützung auskommt, haben schon die grandiosen Scores der vorangegangenen sechs Filme gezeigt (man denke nur einmal an den „Imperial march“). Statt jedoch erneut auf den 45-mal für den Oscar nominierten Komponistenveteran John Williams zu setzen, der schon für Episode I – VI dirigieren und schreiben durfte, ist für „The Clone Wars“ der mehr oder weniger unbekannte Kevin Kiner an seine Stelle getreten, welcher bislang für mehrere TV-Filme und Serien wie „CSI: Miami“, „Stargate: SG-I“ oder „Invisible man – Der Unsichtbare“ Taktstock und Federkiel schwingen durfte. Wer nun glaubt, das mit dem Score zum neuesten Star Wars-Spektakel eine 180°-Wendung vollführt wurde und die altbekannten und wohlvertrauten Klangbilder der Vergangenheit angehören, der irrt.

Kiner hat zwar sehr wohl einige Ideen und Kompositionen eingebracht, da er allerdings auf die Lizenzen von Williams zurückgreifen konnte bzw. durfte, ist ein Aha-Effekt definitiv ausgeblieben. Stattdessen liefert der Amerikaner solide Kost und bettet die düsteren und dunklen Themen von Williams gekonnt in seine, vom Prager Philharmonieorchester gespielten Stücke. Am interessantesten und überraschendsten ist der Soundtrack vor allem dann, wenn Kiner in die zwischen einer halben und vier Minuten langen Tracks wuchtige Rock-Gitarren einbringen lässt („Obi-Wan to the rescue“, „Battle of Teth“, „Courtyard fight“), durch Jazz („Ziro´s nightclub band“), Swing („Seedy city swing“) und der Einbindung arabisch anmutender Folklore („Jabba´s palace“, „B´omarr monastery“) die vorbestimmten Pfade eines klassischen Scores hinter sich lässt oder mit hohem Tempo, einer dramatisch agierenden Blechbläserabteilung und subtilen elektronischen Untertönen den sehr actionbetonten Film untermalt („Battle of Christophsis“, „Destroying the shield“, „Jedi don´t run“, „Escape from the monastery“, „Rough landing“).

Nichtsdestotrotz wirkt der Soundtrack wegen seiner alles in allem 32 Titel wie ein Videospiel, da kaum ein Thema ausgearbeitet wird, sondern lediglich als Momentaufnahme dient um den Geschehnissen auf der Leinwand beizukommen. Zwar werden gelegentlich einige Stücke miteinander verbunden, das sich einschleichende Gefühl von Hektik und Unruhe kann Kiner damit allerdings nicht kaschieren. Somit ist der Soundtrack zu „Star Wars: The Clone Wars“ für jahrelange Fans wohl kaum empfehlenswert, da die Innovationen und Entdeckungsmöglichkeiten auf der Strecke bleiben. Als kurzweilige Flucht aus dem Alltag in das Star Wars-Imperium ist die Arbeit von Kiner aber allemal zu gebrauchen.

Anspieltipps:

  • Courtyard Fight
  • Destroying The Shield
  • Obi-Wan To The Rescue
  • Sneaking Under The Shield
  • General Loathsom / Ashoka
  • Escape From The Monastery

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