Ben Weaver - The Ax In The Oak - Cover
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Ben Weaver The Ax In The Oak


  • Label: Glitterhouse/INDIGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

„Isch bün ain Börlinär!“ Vielleicht hat Ben Weaver zwischendurch auch mal an Kennedys berühmtes Zitat denken müssen, als er im Sommer 2007 mitten in Prenzlauer Berg die Songs seines neuen Albums auf den Weg brachte. Der Mann aus Eugene, Oregon präsentiert sich auf „The Ax In The Oak“ von seiner inständigsten Seite und seine Lieder schwanken herrlich zwischen gläserner Zerbrechlichkeit und rauer Lo-Fi-Atmosphäre.

Zusammen mit Brian Deck (Modest Mouse, Iron And Wine), der schon für Weavers Vorgängeralbum „Paper Sky“ als Produzent die Fäden zog, sowie musikalischer Unterstützung u.a. durch die Sängerin Erica Froman (Anathallo) und Julia Kent am Cello (Anthony And The Johnsons) wurde das neue Material dann schliesslich in Chicago aufgenommen. Das Ergebnis sind zwölf äußerst intime, manchmal etwas schrullige aber dennoch stets liebenswerte Stücke, die allesamt mit eindringlich-anmutigem Flair zu überzeugen wissen. Der Startschuss in die kommenden 45 Minuten („White Snow“) schmiegt sich unglaublich sanft ans Trommelfell, wobei die tiefe und klangvolle Stimme Weavers hier ebenso unter die Haut geht wie auf „Red Red Fox“, wo sein Timbre langsam und bedächtig aus einem Strudel mannigfaltiger Instrumentierung auftaucht.

Zusammen mit dem darauf folgenden, traurig-ruhigen und akustisch gedämpften „Soldier“s War“ wird das erste Viertel des Albums nahezu perfektioniert. Referenzen von Elliott Smith über Bright Eyes bis hin zu Mark Oliver Everett („E“ von den Eels) huschen durchs Ohr. Mit „Anything With Words“ folgt dann der unumstrittene Höhepunkt dieser Platte, den man einfach immer wieder hören muss. Der Song packt von der ersten Sekunde und erstrahlt nur so von „hypn-Ohrischer“ Anziehungskraft. Auch stark, wenn Orchesterinstrumente auf dezent verspielte Soundschnipsel treffen („Hawks + Crows“), akustische Arrangements von mechanisch klingender Perkussion geleitet wird („Dead Bird“) oder eine düstere, von energischer Spannung umgebene Note in der Luft liegt („Out Behind The House“).

„The Ax In The Oak“ ist nicht nur aufgrund seiner überragenden ersten fünfzehn Minuten unbedingt hörenswert. Ob die Berliner Luft ihren Teil dazu beigetragen hat? Wer weiß. Ben Weaver überzeugt (fast) durchgehend mit seinem geschmackvoll instrumentierten Songwriting und erzeugt damit eine willkommene atmosphärische Stimmung aus Glücksgefühlen, Zuversicht und melancholischen Momenten.

Anspieltipps:

  • White Snow
  • Red Red Fox
  • Anything With Words
  • Dead Bird
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