Emirsian - Yelq - Cover
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Emirsian Yelq


  • Label: Nois-O-Lution/INDIGO
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Als Gitarrist und Sänger der deutschen Rockformation Harmful ist Aren Emirze schon mehr als fünfzehn Jahre lang eine feste Größe in der hiesigen Noiserockzene. Die Gruppe aus Frankfurt am Main veröffentlichte im vergangenen Jahr bereits ihr siebtes Studioalbum und Aren lässt nun dieses Jahr mit „Yelq“ (nach „A Gentle Kind Of Disaster“) sein nunmehr zweites Solowerk unter seinem Alter Ego Emirsian folgen.

„Yelq“ ist armenisch und in der Übersetzung in etwa als Neuanfang zu verstehen. Ein musikalischer Neubeginn der mit seinem Debüt eingeleitet wurde und sich auf der aktuellen Platte nahtlos fortsetzt. Denn im Gegensatz zur Noiselastigen Rockmusik seiner Stammkapelle, bewegt sich Emirze als Emirsian in rein akustischen Gefilden und hält hier wie schon auf seinem Erstling die Erinnerung an seinen Vater am Leben, dessen Tod auch der ausschlaggebende Punkt für ihn war, eben jenen akustischen Weg einzuschlagen.

Auch auf seinem zweiten Soloritt ist der Grundtenor der insgesamt zwölf Stücke eigentümlich melancholisch, obwohl dieses mal auch verstreut, beinahe fröhliche, für seine Verhältnisse fast schon beschwingte Töne zu vernehmen sind („Radio On“, „Still You“). Denn ansonsten macht er es dem Hörer nicht ganz so einfach in seine akustischen Welten einzutreten. Viele Melodien muss man sich durch wiederholtes Hören erarbeiten („Failure Tales“, „Suprise, Suprise“), da der Verzicht auf die ganz große Eingängigkeit zwar genügend Platz für Neuentdeckungen einräumt, aber durchaus mit einiger Kopfarbeit seiner Zuhörerschaft verbunden ist. An manchen Stellen des Albums ist dies jedoch äußerst zäh und unbefriedigend („Catalogue Of Dears“, „All On Your Own“). Insgesamt erinnert „Yelq“ hier und da an die Unplugged Seite eines „In Your Honor“ der Foo Fighters oder an eigenwilliges Gitarrenzupfe Marke Eddie Vedder. Manchmal schafft es ein Song hängen zu bleiben, manchmal nicht. Seine armenischen Wurzeln sind im gesamtem Album verankert und musikalisch wie auch textlich („Komitas“, „Ach Baber“) stets präsent.

Mit „Yelq“ ist Aren Emizre erneut ein äußerst intimes, ruhiges und nachdenkliches Album gelungen. Vielleicht etwas zu monoton. Denn mit fortschreitender Spieldauer fehlt den einzelnen Lieder dann auch die kleine feine Note, die sie gegenüber anderen Stücken herausstechen lassen könnte. Da ähneln sich die Gitarren- und Percussionschemata doch zu stark und trüben das Hörvergnügen. Im Großen und ganzen präsentiert uns Emirsian hier eine solide und überdurchschnittliche Akustikplatte, die mit etwas mehr Mut zur Melodie und dem einen oder anderen instrumentalen Sonnenstrahl noch um einiges heller hätte leuchte können.

Anspieltipps:

  • Radio On
  • Drop Your Survival Kit
  • Still You

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