Stick To Your Guns - Comes From The Heart - Cover
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Stick To Your Guns Comes From The Heart


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Kennen Sie Stick to your guns? Nein? Sollten Sie aber! 2003 gegründet, gilt die fünf Mann starke US-amerikanische Truppe seit der Veröffentlichung ihres Debüts im Jahr 2006 in den USA als eine der großen Hoffnungen des modernen Hardcores. 2007 wurde das Debüt zwar bei Sumerian Records Re-Released, jedoch fand die Band so auch nicht den Weg über das Wasser in andere Bereiche der Welt. Das sollte sich mit der Veröffentlichung des Zweitlings unter Century Media nun endlich ändern. Denn damit haben die Jungs endlich die Chance, von einer weltweiten Hörerschaft wahrgenommen zu werden. Der Rest sollte dann eigentlich nur Formsache sein, denn die Herren beweisen auf „Comes from the heart“, dass sie, wenn (noch) nicht von der Anhängerschaft, dann auf jeden Fall vom musikalischen Können her den Großen dieser Welt in nichts nachstehen.

„Heart of the heartless“ schlägt textlich, wie auch bei einigen anderen Titeln, eine sozialkritische Richtung ein. Ansonsten ist das Stück ziemlich genau das was man von einer Hardcore-Band erwartet, bis auf das die Drums erfreulicherweise wesentlich abwechslungsreicher als bei den meisten Bands des Genres daherkommen. Genau genommen bekommt man auf dem Zweitling nämlich nicht nur Hardcore um die Ohren geballert, sondern findet ebenfalls immer wieder cleane Vocals und brillante Metalcore-Passagen vor. Als Beweisstück Nummer eins für die Verbindung dieser musikalischen Stile dient gleich das zweite Lied „Impact“, bei welchem nicht nur geknüppelt, sondern auch clean gesungen wird. „Enough’s enough“ geht als Beweisstück Nummer zwei noch einen Schritt weiter hin zum Metalcore, denn die cleanen Gesänge von Jesse Barnett sind hier noch vordergründiger zu finden.

Dem Handwerk der Jungs kann man im Übrigen nicht im Geringsten etwas ankreiden. Vor allem Shouter Barnett und Schlagzeuger Casey Lagos stechen als absolut einfallsreiche Köpfe heraus. „Ich möchte keine Songs machen, mit denen alle klar kommen, denn wie soll ich sonst Leute aufrütteln zum Nachdenken anregen?“ sagt Barnett über seine Band in der instrumentalen Verschnaufpause „Comes from the heart“ und beschreibt damit eigentlich genau die musikalischen Ambitionen der Albums: Aufrütteln mit aufwühlender Musik und anspruchsvollen Texten. Nach hinten hinaus lässt das Album die cleanen Gesänge etwas bei Seite und verspielt sich damit auch leider einen gewissen Teil seines originellen Ideenreichtums. Das ist aber schon so ziemlich der einzige Kritikpunkt, den man den Kaliforniern ankreiden kann.

Trotz aller cleanen Gesänge und Metaleinflüsse brauchen im Übrigen Hardcorefans keine Skrupel beim Einkaufen dieser Platte haben. Denn Hardcore bleibt natürlich nach wie vor die Nummer eins auf dem Album. Man könnte sagen, der eigene Hardcore-Horizont wird durch die cleanen Gesänge auf „Comes from the heart“ ein ganzes Stück erweitert. Überzeugen von den Livequalitäten wird man sich im Übrigen bei der kommenden Europatour sicherlich auch bald können.

Anspieltipps:

  • Impact
  • Enough’s enough
  • Searching for the surface

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