Into Eternity - The Incurable Tragedy - Cover
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Into Eternity The Incurable Tragedy


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

2006 starb die Mutter von Into-Eternity-Gitarrist und Hauptsongwriter Tim Roth. Um den Schmerz zu verarbeiten, widmete er einige Lieder des letzten Albums „The scattering of ashes“ seiner verstorbenen Mutter. Auf dem neuen Album wollte er sich dann endlich wieder fröhlicheren Themen zuwenden, doch es sollte alles anders kommen: Im Herbst 2006 verstarben zwei von Roths besten Freunden (ganz nebenbei bemerkt zwei Geschwister) an den Folgen von Krebs. Sollte das noch nicht genug sein, verstarb am 15.12.2007 Tims Vater ebenfalls an den Folgen einer Krebserkrankung. Diese bis heute noch nicht überwundenen Schicksalsschläge bildeten nun den zentralen Angelpunkt seiner Gedanken und sorgten für die Produktion des ersten Konzeptalbums in der Geschichte der Band: „The incurable tragedy“ ist mehr als nur ein Konzeptalbum über das Thema Sterben, es beschreibt vielmehr den Leidensweg einer erkrankten Person und gleichzeitig im Subtext auch die Qualen des Betrachters.

Ein leiser Herzschlag eröffnet, begleitet von gezupften Akustikpassagen das Album, als einem dann urplötzlich mit „Tides of blood“ brutale, progressive Rhythmen um die Ohren fliegen. Der Song mag beim ersten Hören vielleicht etwas undurchschaubar daherkommen, nach einigen wenigen Durchläufen öffnet sich einem jedoch die geniale Vielfalt der Songs und sorgt für langanhaltende Freude beim Hören. Die genialen hohen Vocals von Stu Block gepaart mit den tiefen Growls sorgen dabei für ihr Übriges. Viel zur hinzu gewonnenen Progressivität trägt Schlagzeuger Steve Bolognese bei. Der dadurch erzeugte Abwechslungsreichtum ist das zentrale große Plus des Albums und sorgt für langanhaltende Freude beim Hören. Da werden hier mal extreme Rhythmen an den Tag gelegt („Spent years of regret“), an anderes Stelle gewinnt Thrash Metal die Überhand („Diagnosis Terminal“) und wieder an anderer Stelle drückt sich die Trauer in einer ruhigen, fast schon klassischen Ballade („The incurable tragedy I“) aus. Fast schon Opeth-Züge nimmt das zwischen schnellen und langsamen Passagen wechselnde „Time immemorial“ an und steht den Progressive-Göttern dabei in nichts nach. Wie auch immer, in jedem Moment des Albums, in wirklich jedem Titel, spürt man die ehrlichen Emotionen Roths. Wenn dann im letzten Stück „The incurable tragedy III“ der Herzschlag versiegt, muss man ein ums andere Mal schlucken. Selten hat mich ein Album mit solch ehrlichen Emotionen innerlich so berührt, wie das aktuelle „Into Eternity“-Werk.

Wer von der Hintergrundgeschichte des Albums weiß, dem wird das Ende sicherlich auch die eine oder andere Träne in die Augen treiben. Selbst wenn man die Entstehungsgeschichte nicht kennt, wird man nicht umherkommen, an der ergreifenden Geschichte Anteil zu nehmen. Auch Tim Roth vergoss, wie er auch in unserem ausführlichen Interview erzählte, unglaublich viele Tränen während der Produktion. Und genau diese ehrlichen Emotionen kann man spüren, wenn einem ein ums andere Mal Gänsehaut durch den Körper fährt. Into Eternity haben hier ein wirklich großes Werk vollbracht, das mit jedem Durchlauf noch an Genialität gewinnt. Trotz allem kann man der Band für die Zukunft nur wünschen, dass das nächste Album nicht unter einem solch negativen Hintergrund geboren wird.

Anspieltipps:

  • Diagnosis terminal
  • The incurable tragedy I
  • Indignition
  • A black line ending

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